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Sommer in Ephesos

Ephesos

Der Roman “Sommer in Ephesos” von Elisabeth Schmidauer, erschienen im Residenz Verlag, hat ein sehr schönes Cover. Die roten Mohnblumen darauf verweisen auf DEN Ort des Geschehens im Buch, auf Ephesos.

Die Ich-Erzählerin blick anlässlich des Todes ihres Vater auf ihre Kindheit und Jugend zurück und beschreibt in Rückblenden, warum sie sich und ihr Vater in den letzten Jahren nichts mehr zu sagen hatten.

Die Sprache des Buches ist sehr atmosphärisch, man kann sich gut in die Charaktere hineinversetzten. Interessant ist auch, dass man die Ich-Erzählerin eigentlich nicht so gut leiden kann, weil sie eine harte junge Frau geworden ist, die nichts und niemanden in ihr Leben lässt und dennoch mit ihr fühlt. Der Handlungsstrang ist spannend geschildert und das Ende verrät erst, wie es zu dem Streit zwischen dem Vater, einem angesehenen Prof. für Archeologie  und dessen Tochter gekommen ist. Dieses Buch ist kein Jugendbuch, es ist ein Erwachsenenbuch, aber trotzdem hat es mir auch sehr gut gefallen. Es ist das perfekte Sommerbuch!

Luisa (16)

Wofür die Worte fehlen

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Mir hat das Buch nicht gefallen weil das Buch meiner Meinung nach eher für ältere Kinder ist. Es geht um einen Bub der von seinem Vater missbraucht wird wenn seine Mutter nicht daheim ist. Der Bub wird übrigens von starken Bauchschmerzen gequält. Er hat Angst vor den Zeiten in denen seine Mutter wegfährt.
Wie gesagt finde ich das Buch nicht so toll und kann es daher für 11 jährige wie mich nicht weiter empfehlen.

maria, 11 Jahre

Arm sind die anderen von Pete Smith

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Arm sind die anderen von Pete Smith Als der 16jährige Sylvester kurz vor Heilgabend nach Hause kommt, ist seine Mutter Rosie verschwunden. Auf dem Badezimmerspiegel findet er eine
Nachricht: “Ich kann einfach nicht mehr.” Gemeinsam mit seinen drei jüngeren Geschwistern und seinem senilen Großvater macht er sich auf die Suche nach ihr.
Das Buch ist in einer einfachen aber berührenden Sprache geschrieben. Die Problematik ist sehr aktuell: Erwachsene, die mit ihrem Leben nicht zurecht kommen und ihre Verantwortung, den eigenen Kindern gegenüber, nicht wahrnehmen können. Im Roman werden viele Probleme angesprochen, mit denen die Kinder, ganz auf sich allein gestellt, zu kämpfen haben. Jedes hat seine eigene Strategie um zu überleben aber “gesellschaftsfähig” sind sie nur bedingt.
Ich empfehle “Arm sind die anderen” kritischen Lesern, die Interesse an einem außergewöhnlichen Buch haben, das man nicht so schnell wieder vergisst.
Lg Anna (14 Jahre)

“FOXFIRE – Bekenntnisse einer Mädchengang” von Joyce Carol Oates

foxfire

Der Roman „FOXFIRE – Bekenntnisse einer Mädchengang“, verfasst von Joyce Carol Oates, eine der großen amerikanischen Autorinnen der Gegenwartsliteratur, handelt von dem Leben in einer Gang und wie schnell es passieren kann auf die schiefe Bahn zu geraten und die Kontrolle zu verlieren.

Die Geschichte von fünf Teenagerinnen, die ihrem aufdringlichem Lehrer eine Lektion verpassen wollen, nachdem er zwei von ihnen sexuell belästigt hat. Es folgt ein 3 wöchiger Schulverweis, der dazu führt, dass sich die fünf nur noch mehr bestätigt fühlen, indem, dass Männer alle Arschlöcher sind und glauben sich alles erlauben zu können. Sie gründen „Foxfire“ eine Mädchengang, die dafür sorgen soll, dass die Männer bekommen was sie verdienen. So fängt alles an. Es gerät alles ziemlich außer Kontrolle und kommt erst wieder zur Ruhe, als Legs – die Anführerin – in Red Bank, eine Besserungsanstalt für Mädchen, für über eineinhalb Jahre bleibt, weil sie mit den Anderen ein Auto gestohlen und auf der Flucht einen Unfall gebaut hat. Die Aufseherinnen in Red Bank quälen und misshandeln die Mädchen dort, besonders Legs, weil sie sich für die Schwächeren einsetzt und rebelliert. Ihr Widerstand wird gewaltsam gebrochen und nach langer Zeit wird sie entlassen. Doch davor lernt sie noch ein Mädchen bei einem Program in Red Bank kennen, Marianne, die sie besucht und mit der sie auch noch nach Red Bank Kontakt hat. Marianne gehört aber unteranderem zu Legs Plan an Geld zu kommen, da sie sehr reich ist und ihr Vater einer der wichtigsten Unternehmer in der Gegend. Legs entführt ihren Vater und versucht Lösegeld zu erpressen, doch es kommt zu einem Unfall und Mariannes Vater wird unabsichtlich in die Brust geschossen. Die Foxfireschwestern bekommen von Legs den Befehl so schnell wie möglich das, von ihr gemietetes, Haus zu verlassen. Das Ende von Foxfire. Danach ruft sie den Krankenwagen und flieht dann mit 3 ihrer Verbündeten. Bei der folgenden Verfolgungsjagt kommt das Auto ins Schleudern und stürzt eine Brücke hinunter. Das Auto, Legs und eine weitere Foxfireanhängerin werden nie mehr gesehen und die anderen Beiden werden nach kurzer Zeit gefasst.

Man braucht etwas Zeit, bis man sich an den Schreibstyl von Joyce Carol Oates gewöhnt hat, was auch daran liegt, dass die ersten zehn Seiten schrecklich zum Lesen sind, da teilweise ein Satz über mehrere Seiten geht und man sich am Ende dann nicht mehr auskennt bzw. nicht weiß, was genau mit diesem Satz gesagt werden wollte. Aber das  ändert sich schnell und es lohnt sich definitiv, sich durch diese Seiten der Verwirrung zu kämpfen. Ich kenne kaum einen Roman, der so schamlose, berührende Bilder in dem Leser wecken. Man bekommt das Gefühl man ist live dabei und während dem Lesen kommen Emotionen hoch, die trotz der unglaublichen Brutalität von „Foxfire“, ein Solidaritätsgefühl und Nachvollziehbarkeit für ihr Handeln in einem entfachen. Egal, ob sie stehlen, jemanden Zusammenschlagen oder noch schlimmeres, man denkt sich oft: „So hätte ich auch gehandelt!“ und das finde ich ziemlich erschreckend! Joyce Carol Oates Schreibstil ist sicher einzigartig und entweder man liebt oder man hasst ihn. Ich persönlich habe ihn im Laufe des Buches zu lieben gelernt.

Was mich am Meisten fasziniert und gefesselt hat, ist, die unverfrorene, direkte Art Tabuthemen zu behandeln, nicht um den heißen Brei herum zureden sondern knallhart zu erzählen, wie das Leben auf der Straße, ohne Familie, ohne Liebe und in einer Gang vor sich geht.  Man bekommt ein ganz neues Bild von Obdachlosen, Ausreißern oder jugendlichen Kriminellen und geht verändert durchs Leben. Denn, seien wir mal ehrlich, es passiert schneller als man glaubt und wir haben kein Recht über diese Menschen zu urteilen, ohne dass wir die Hintergrundgeschichte nicht kennen.

Alles in allem hab ich eher unbegeistert angefangen und war am Ende beeindruckt! Sehr empfehlenswert, für alle Romanleser/innen, die nicht vor der knallharten Wahrheit zurück schrecken!

Hänsel und Gretel

hänsel

Hänsel und Gretel, mit Zeichnungen von Sybille Schenker, ist das mit Abstand schönste Märchenbuch, das ich je gesehen habe! Man begibt sich auf eine fantastisch-schaurige Reise in den tiefen Wald. Die Figuren sind sehr geheimnisvoll gezeichnet, der Text ist gut in die Illustrationen eingebettet.
Das Buch ist wirklich ein Meisterwerk der Kunst, mit wundervollen, verspielten Details.
Ein Märchenbuch für Jugendliche und Erwachsene, würde ich sagen, die nochmals in die Geschichte aus ihrer Kindheit eintauchen können. Für kleinere Kinder ist es aber eher nichts, weil es recht düster ist und es auch schade darum wäre, wenn das Werk zerfleddert würde.
WUNDERSCHÖNE AUSGABE!

Kathi (18 Jahre)

“27″ von Kim Frank

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In dem von Kim Frank verfasstem Roman „27“ geht es hauptsächlich um die Gefahren, Freuden und Folgen des Berühmt-sein und um die Besessenheit einer Zahl – 27.

Mike ist ein Niemand. Ein Niemand, der von Anfang an überall in seinem Leben die Zahl 27 sieht und sich nur in seinem Wahn bestätigt fühlt, als er Unterlagen von seinem verstorbenen Onkel findet bei denen es sich um berühmte Künstler handelt, die im Alter von 27 gestorben sind. Mike ist ein Niemand, der Angst hat mit 27 zu sterben.

In einer Plattenfirma, in der er anfangs ein Praktikum macht, wird er von einer Band entdeckt und schließt sich ihr an. Sein Leben ändert sich radikal! Die Verwandlung in eins der berühmtesten und erfolgreichsten Gesichter des Rocks erfolgt quasi über Nacht und aus dem unscheinbaren Jungen wird ein Star. Schnell rutscht Mike in den Sumpf der Drogen, des Alkohols, der Frauen und auch immer mehr in seine Besessenheit und Angst vor der Zahl 27 hinein…

Doch man muss auch sagen, dass Kim Frank oft eine sehr derbe (manchmal auch sehr ordinäre), direkte und jugendliche Art hat, die bestimmt nicht jedem liegt. Aber gerade das fand ich besonders anregend, weil es die kalte Realität oft offenbart. Kim Frank beschönigt nichts und nimmt kein Blatt vor den Mund, er schreibt wie es ist und das meistens ohne Kompromisse! Manchen gefällt es, manchen nicht… Mir persönlich hat es auf jeden Fall imponiert, dass er den Mut hatte.

Was ich außerdem noch echt gut finde, ist, dass man einen wahnsinns Einblick in das Leben eines Stars bekommt, mit allen Höhen und Tiefen. Auch was das Berühmt-sein aus einem normalen Menschen machen kann hat Kim Frank sehr treffend dargestellt und fand ich teilweise sehr erschreckend.

Der Leser wird richtig in den Verfolgungswahn von Mike hineingezogen, der die Nummer 27 betrifft. Und genau wie bei dem Werk 23, hat man nach dem Lesen das Gefühl die Zahl überall wieder zu finden. Besonders der Tod von Amy Winehouse, die ja auch mit 27 gestorben ist und somit dem „Klub 27“ beigetreten ist, macht nochmal deutlich, wie viele Musiker in diesem Alter starben. Und da frag ich mich schon manchmal: Was hat es mit dieser Zahl/mit diesem Alter auf sich?

Einziger Kritikpunkt: zu kurz! ;-)

Moana, 16 Jahre