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Es muss ja nicht perfekt sein

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Buchbesprechung

Autorin: Krystal Sutherland

Titel: Es muss ja nicht perfekt sein

Inhalt

In dem Buch geht es um ein Mädchen namens Esther, die auf der Suche nach ihrer größten Angst ist. Wieso? – Weil jedes Mitglied ihrer Familie vor etwas Angst hat. Ihr Vater verlässt den Keller nicht mehr, ihr Bruder fürchtet sich vor der Dunkelheit und ihre Mutter hat vor allem Angst, das Pech mit sich bringen könnte. Esther weiß jedoch nicht, was ihre größte Angst ist und deshalb schreibt sie eine Liste mit Dingen, wovor sie riesige Angst haben könnte. Jedoch gerät diese Liste ausgerechnet in die Hände von Jonah, ihrem früheren Schwarm. Wie? Er hat sie ausgeraubt.

Sie ist gerade am Heimweg und da sieht sie ihn an der Bushaltestelle. Er hat ein Veilchen und eine aufgeplatzte Wunde. Da Esther ihn kennt, beginnt sie mit ihm zu reden. Jonah fragt um Geld und sie gibt ihm ihr restliches Geld und geht fort. Als Esther in den Bus steigen will, bemerkt sie, dass ihr Fruit Roll- Up, das Armband ihrer Großmutter, ihr I-Phone, ihr Bücherausweis und ihr Exemplar von Der Pate gestohlen worden waren. Das mit der Liste findet sie aber erst viel später heraus.

Doch das Überraschende ist, dass Jonah Esther helfen will, die Liste durchzugehen und ihre Ängste zu überwinden. Da die Liste 50 Dinge vorweist, würde es lange dauern, bis sie fertig werden und deshalb haben sie sich darauf geeinigt, jeden Sonntag eine Angst zu überwinden – das würde bedeuten, dass sie ein ganzes Jahr lang dafür brauchen werden. Und durch diese Zeit, die sie gemeinsam verbringen, kommen sie sich immer näher.

Meinung

Ich mag das Buch sehr. Ihr finde es sehr spannend, wie sich die Liebe zwischen den beiden entwickelt. Die Autorin hat auch sehr gut die Emotionen der Charaktere beschrieben und deshalb kann man sich sehr gut in die Figuren hineinversetzen. Vor allem in Esther. Sie ist ein einsames Kind, obwohl sie ihren Zwillingsbruder und ihre Freundin, die nicht spricht, hat. Ihre Familie ist verrückt, jedoch merkt man, dass sie Esther lieb haben. Bei Jonah wirkt es ganz anders. Er selbst ist ein abenteuerliches Kind und sehr lebensfroh, aber wenn sein Vater ins Spiel kommt, wirkt er sehr ängstlich und leise. Ich mag es sehr, wie die Situationen dargestellt werden und ich habe mich jedes Mal gefreut, wenn es an der Reihe war, ihre Angst zu überwinden. Diese Momente waren, finde ich, am magischsten, da Jonah und Esther alleine zusammen waren und man diese gewisse Spannung zwischen ihnen spüren konnte.

Anna, 15

Und dann weiß jeder, was ihr getan habt

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Autor: Christian Linker

Seitenanzahl: 253

Inhalt:

Ein Mädchen namens Precious flüchten von Nigeria nach Deutschland. Sie ist alleine, denn ihre Familie wurde getötet. Sie geht in eine Highschool und hat nicht mehr viel Zeit, bis sie abgeschoben wird. Das Einzige, was sie hat, ist ein Stück Papier mit ihren Daten, jedoch hat sie keinen Personalausweis, mit dem sie durch die Welt reisen könnte. Deshalb will sie nach Schweden flüchten …

Während der Schulzeit war sie immer alleine und das war ihr auch recht so, jedoch will sich Muriel mit ihr befreunden. Muriel geht mit Precious in dieselbe Englischklasse und da sie Sitznachbarn sind, kam es einmal zu einem Gespräch. Muriel merkt jedoch schnell, dass Precious nicht sehr gerne mit ihr Zeit verbringt, dennoch redet sie weiter mit Precious…

Dann kommt es zur Studienfahrt an die Ostsee und am Ende der Reise verschwindet Precious. Muriel denkt und ist sich auch ziemlich sicher, dass sie getötet wurde und hat auch schon einen Schuldigen – Constantin. Da die anderen sie für verrückt halten und sich Muriel sehr sicher ist, arrangiert sie ein Treffen in ihrem Haus. Eingeladen sind Özge, Lennard, Daria und Constantin. Der vorgeschobene Grund für deren Erscheinen sollte das Fertigstellen des Abifilms sein, jedoch war Muriels Ziel, aus Constantin ein Geständnis herauszubringen und alle Welt soll es sehen. Sie hat eine versteckte Kamera installiert und alle können live mitsehen. Anfangs sind nicht sehr viele Zuschauer dabei, jedoch werden es immer mehr und man erfährt auch immer mehr von den fünf Eingeladenen…

Meinung:

Ich finde, dass das Buch ziemlich gut ist. Anfangs war ich jedoch etwas verwirrt, wegen den Namen, aber nach einer Zeit war es kein Problem mehr. Was ich überraschend fand war, dass das Buch von den Sichten der fünf (Özge, Muriel, Daria, Constantin und Lennard) beschrieben worden ist, aber es war auch sehr gut so. Man kann nämlich dadurch die einzelnen Gefühle der Charaktere verstehen und auch mitfühlen. Es ist auch sehr interessant, wie alle fünf Precious kennengelernt haben und dass sie mehr mit ihr zu tun hatten, als sie es zugeben würden. Ich würde das Buch weiter empfehlen, jedoch gehört das Buch nicht zu meinen Lieblingsbüchern und ich denke, dass ich es nicht noch einmal lesen werde.

Anna, 15

Empfindliches Gleichgewicht

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In dem Buch „Empfindliches Gleichgewicht“ von Sarah N. Harvey geht es um Harry/Harriet. Sie ist ein Samenspenderkind und kennt ihren Vater nicht, aber sie vermisst ihn auch nicht. Aber ihren Freund Byron schon, weil er weggezogen ist.

Und dann forscht sie doch nach und findet eine Halbschwester, dann ein paar Halbbrüder (die aber alle weit weg wohnen) und eine andere Halbschwester.

In dem Buch geht es darum, wie sie all diese Menschen kennenlernt und noch um viel mehr. Das ist auch das einzige, was mir nicht so gut gefallen hat: Es ist zu viel in dem Buch drinnen, zu viele Themen und zu viele schlimme Sachen, die Menschen früher passiert sind. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass das alles auf einmal so passiert oder dass sich solche Menschen in echt so treffen, mit ihren vielen Problemen und Geschichten.

Die Liebesgeschichte ist im Buch nicht so wichtig wie es hinten im Klappentext steht, also schon wichtig, aber nicht der Mittelpunkt.

Aber ansonsten ist es ein sehr interessantes Buch, aus dem man viel lernen kann. Ich finde, Harry ist gar nicht langweilig, auch wenn sie das von sich selbst denkt. Ich finde sie sehr sympathisch und hätte alles so gemacht wie sie, oder fast alles! Und ab der Mitte wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht, weil ich dann schon so viele Menschen aus dem Buch gut gekannt habe.

Ich empfehle das Buch an Mädchen ab 15, weil schon einiges vorkommt, das ein bisschen heftig ist. Ich glaube, Jungs wollen es eher nicht lesen, aber das ist eigentlich schade, sie sollten es lesen!

Sanne, 16 Jahre

Die schwarze Frau

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Buchbesprechung

Titel: Die schwarze Frau

Autorin: Simone St. James

Genre: Roman

Inhalt:

Fionas Schwester Deb stirbt in der Nähe von dem Mädcheninternat Idlewild Hall. Nach dem Verlust war das Leben von Fiona nicht so wie früher. Ihre Eltern lassen sich scheiden und danach stirbt die Mutter sogar an Krebs.
Immer wieder kehrt Fiona zum Tatort zurück. Ihr Täter ist schon längst verhaftet worden, dennoch stellt sie sich immer die Frage: Wie es möglich war, eine Leiche in den Wald zu bringen, ohne dabei Fußabdrücke zu hinterlassen?

Eines Tages bemerkt sie, dass das Mädcheninternet Idlewild Hall restauriert wird, es soll wieder zu einer Schule werden. Da Fiona Journalistin ist, wäre es ein guter Artikel über dies zu schreiben. Sie versteht aber auch nicht, wieso es restauriert werden soll und will deshalb die Käuferin des Internats kontaktieren.
Am Anfang vermeidet die Frau jeden Kontakt mit der Journalistin und deshalb muss ihr Sohn Anthony das Interview machen. Jedoch geschieht was mitten in dem Rundgang des Internats. Ein Bauarbeiter findet eine Mädchenleiche. als er gegraben hat. Da Fiona die Leiche gesehen hat, will sie herausfinden was mit ihr geschehen ist. Mitten bei den Forschungen erfährt sie etwas, was sie hätte lieber nicht wissen wollen.

Meinung:

Ich finde, dass das Buch sehr spannend ist. Man will immer weiterlesen, denn man will wissen, was passiert ist. In dem Buch erfährt man auch die Sicht von den Schülerinnen, die früher in dem Mädcheninternat gewesen sind. Wenn man liest, was sie gesehen haben und machen mussten, macht das das Buch nur noch spannender. Man will wissen, ob der richtige Täter von Fionas Schwester im Gefängnis sitzt und was mit dem anderen toten Mädchen passiert ist. Es ist sehr erstaunlich, was in dem Internat ist. Es soll ein Geist namens Mary Hand sein. Aber was hat sie, wenn sie überhaupt existiert, mit den Morden zu tun?…

Anna, 15

Jeder von uns ist ein Rätsel

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von A. J. Steiger

397 Seiten

Inhalt:
Die 17-jährige Alvie wohnt alleine in einem heruntergekommenen Appartement und arbeitet in einem Zoo als Tierpflegerin. Sie leidet unter dem Asperger-Syndrom und reagiert sehr empfindlich auf Berührung (das Asperger-Syndrom ist eine Entwicklungsstörung, die es schwer macht, Emotionen bei anderen Menschen über Gesichtsausdruck, Stimme usw. zu erkennen und selbst so zu kommunizieren). Ihre Interessen sind Tiere (vor allem Kaninchen) und Quantenphysik. Als sie dann Stanley über den Weg läuft, ändert sich alles und früher oder später müssen sich beide den Traumata aus ihrer Vergangenheit stellen.

Meine Meinung:
Es fällt mir irgendwie extrem schwer meine Gedanken zu diesem Buch in Worte zu fassen. Es hat mich auf jeden Fall in seinen Bann gezogen und ich habe es nur schwer (und dann auch nur für kurze Zeit) aus der Hand legen können. Alvie ist so ein interessanter Charakter für mich, weil ich noch nie ein Buch über jemanden mit Asperger-Syndrom gelesen habe und sie mir einfach so schnell ans Herz gewachsen ist. Sie kann auch gewisse Gesprächs-Tabus nicht nachvollziehen und daraus ergeben sich sehr lustige Szenen, bei denen ich mich manchmal gerne unsichtbar gemacht hätte. Die Dynamik zwischen ihr und Stanley ist auch wunderschön und der Wachstum beider Charaktere hat mich sehr beeindruckt. Es gibt sehr viele emotionale Szenen, die mich teilweise sprachlos gemacht haben und bei denen ich auch manchmal eine Weile gebraucht habe, um sie zu verarbeiten. Ich will euch auch nichts spoilern, aber ich glaube, dass jemand der emotional schwierige Geschichten nicht so gut aushält, für dieses Buch vielleicht nicht gut geeignet ist. Der Klappentext hat mich nämlich ein bisschen in die Irre geführt und ich hätte nicht gedacht, dass es so belastend sein würde. Es war aber sehr interessant Alvie Seite für Seite besser zu verstehen und nachvollziehen warum sie in gewissen Situationen so handelt, wie sie es tut.

Fazit: Ich mochte sowohl Alvie als auch Stanley als Charaktere sehr gerne und ihre Erfahrungen und Entwicklung haben mich sehr fasziniert. Ich würde sagen, dass die Altersempfehlung von ab 14 Jahren angemessen ist und jeder der meint, eventuell von Ereignissen im Buch getriggert werden zu können, es sich nochmal überlegen sollte, da die Erlebnisse in den Kindheiten der beiden Personen wirklich grauenvoll waren.

Isabel, 14

Dazwischen: Ich

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Die Autorin des Tagebuchromans „Dazwischen: Ich“ ist Julia Rabinovic, welche die Geschichte des Flüchtlingsmädchens Madina erzählt.

Madina, die ihre Geschichte, in einem Tagebuch selbst schildert, ist diejenige welche beim Asyl Amt für ihre Eltern übersetzten muss und ihre Geschichte, vom Krieg bis zur Flucht immer und immer wieder erzählen muss, da sich ihre Eltern und ihre fast stumme Tante Amina mit der  deutschen Sprache sehr schwer tun. Zudem tragen sie etwas mit sich aus ihrer Vergangenheit in der Heimat, was Madina zunächst nur spürt, dann aber, als sie es herausbekommt, fast zerreißt. Diese Sache betrifft ihren Vater, das Oberhaupt der Familie, der Madina nicht ganz vertraut und Angst um das Bestehen der Kultur Madinas Heimat innerhalb der Familie hat. Noch mit dabei ist ihr kleiner Bruder Rami. Madina findet ihn nervig und kommt nicht so gut mit ihm klar.

Ihre einzige und beste Freundin Laura, von dessen Mutter sie das Tagebuch bekommen hat gibt Madina Kraft und erinnert sie an ihre schöne und unbeschwerte Kindheit. Sie ist wie ein Stück Heimat für Madina. Laura steht immer hinter ihr und hilft ihr in peinlichen oder blöden Situationen.

Die Familie lebt in einem Flüchtlingsheim und wartet bitterlich auf den Asylbescheid, zusammen mit vielen anderen, unter anderem auch mit Verrückten und psychisch leidenden Personen, welche die Flucht nicht so gut überstanden haben. Die Nachwirkungen, einer solchen Lebenssituation erlebt das Mädchen am eigenen Leib. Sie wird im Laufe des Buches schwierige Entscheidungen treffen müssen, vor allem als ihr Vater beschließt zurück in die Heimat zu kehren, da die Ereignisse der Vergangenheit die Familie einzuholen scheinen.

Das Thema Flüchtlinge ist definitiv aktueller Diskussionsstoff. Doch die Autorin schafft es durch ihren ansprechenden und authentischen Schreibstil, dem Leser ein eher nicht so persönliches Thema näher zu bringen. Vieles in diesem Buch verdeutlicht die Themen Identität, Flucht und Migration. Ich finde es allerdings fraglich, ob die Tagträume unbedingt in dem ausmaß notwendig gewesen wären, da es mich persönlich aus dem Lesen rausgebracht hat.

Dennoch ist Frau Rabinovic ein überzeugender Roman gelungen, welcher Mut macht und zeigt, mit was für Problemen sich Flüchtlinge auseinandersetzen müssen.

Samuel (15)

Dazwischen: Ich

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“Dazwischen: Ich” ist ein Jugendroman der österreichischen Schriftstellerin Julya Rabinowitsch und erschien am 22.08.2016.

Kurz zum Inhalt:
Das Buch handelt von einem Mädchen Namens Madina, welche mit ihrer engen Familie nach Europa flüchtet. Sie leben in einer Pension mit vielen anderen Asylsuchenden und leben ein hartes Leben. Alle warten auf ihr Visum und haben es dabei nicht leicht sich im Alltag der Einheimischen zu integrieren und anzupassen. Madina ist eine der wenigen, welche immerhin in der Schule Freunde gefunden hat und geht daher auch eine große Veränderung durch. Sie will besser behandelt werden, ein gerechteres Leben führen und sich einfach Wohlfühlen. Dabei treten jedoch in der Familie Probleme auf und der Leser ist gespannt darauf, ob sie jemals in der neuen Heimat ankommen wird.

Ich war sehr überrascht von der kurzen, kindlichen und direkten Sprache, jedoch fand ich das sehr passend und äußerst interessant, da es sich ja auch um das Tagebuch eines jungen Mädchens handelt. Außerdem baute dies eine Nähe zum Hauptcharakter auf, welche einen noch mehr mitfiebern lässt.

Ich empfehle dieses Buch für Jugendliche ab 14 Jahren, da der Roman einige der heutigen Probleme aufzeigt und er daher eine lehrreiche und spannende Geschichte erzählt, welche einigen Jugendlichen bei so mancher Entscheidung helfen könnte.

Oskar

Dazwischen: Ich

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von Julya Rabinowich

Inhalt:
In dem Buch geht es um die 15 – Jährige Madina, die aus ihrer Heimat wegen eines Krieges geflohen ist. Nun lebt sie schon seit eineinhalb Jahren mit ihrer Mutter, ihrem Vater, ihrem kleinen Bruder und ihrer Tante in Österreich in einem Flüchtlingsheim und wartet sehnlichst auf den Asylbescheid. In der Schule hat sie es nicht so einfach, außer ihrer besten Freundin Laura kann sie keiner so wirklich leiden. “Geh zurück wo du herkommst”, sagen sie und noch viel schlimmere Sachen. Aber das ist nicht ihr größtes Problem. Der Rest ihrer Familie ist noch in ihrem Heimatland und ihrer Oma geht es sehr schlecht. Ihr Vater will zurück um ihr zu helfen, doch wenn er geht haben sie keine Chance auf einen Asylantrag. Ob er geht oder nicht müsst ihr selbst herausfinden, wenn ihr das Buch lest ;)

Bewertung:
Ich fand das Buch ein bisschen anstrengend zu lesen, da es als Tagebuch geschrieben ist und Madian sehr kindlich schreibt und viele Dinge sehr genau beschreibt. Außerdem fand ich das Ende etwas zu abrupt. Trotzdem muss ich sagen, dass ich noch nie von einem Buch gehört habe, dass das Thema Flüchtlinge so aufgreift wie dieses. Ich finde es sehr wichtig, den Leuten die andere Seite zu zeigen, da Flüchtlinge ja doch noch nicht so ganz akzeptiert sind hier bei uns.

Ich würde dem Buch 3 von 5 Sternen geben wegen der oben genannten Kritikpunkte.

Amelie, 16

Jetzt ist alles, was wir haben

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Autor: Amy Giles:

Damals: Hadley McCauley ist die Tochter einer noblen Familie. Ihr Vater spendet oft Geld, ihre Mutter arbeitet für PTA. Doch eigentlich ist ihre Familie sehr kaputt.

Macht sie etwas, das ihrem Vater nicht passt, schlägt er sie oder Schlimmeres. Ihre Mutter weiß dies, wird auch selbst geschlagen und betrogen, vergisst diese ganzen Sachen allerdings durch Alkohol. Ihr ist es wichtiger, in einer noblen Familie zu sein, als ihre Kinder zu beschützen.

Als Hadley einen Jungen trifft, weiß sie, dass ihr Vater dies niemals herausbekommen darf. Sie will gar nicht wissen, was er ihr oder womöglich ihrer Schwester antun würde, wenn er von Charlie erfährt. Deshalb muss sie ihn geheimhalten, was deutlich schwieriger ist als sie dachte.

Jetzt: Hadley wacht im Krankenhaus auf. Sie ist die einzige Überlebende eines Flugzeugabsturzes. Ihr Vater und ihre Mutter sind tot. Doch wie kam es zu dem Absturz? Ihr Vater war ein guter Pilot. Hat sie möglicherweise etwas damit zutun?

Ich fand das Buch wirklich sehr spannend. Es gab viele Momente, die einen geschockt haben. Das Ende denkt man die ganze Zeit zu wissen, doch am Ende verändert sich die Geschichte noch einmal entscheidend. Ich kann es jedem empfehlen der Bücher mag, die auch sehr realitätsnah sein können.

Alex, 15

Ich gebe dir die Sonne

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Autor: Jandy Nelson

Seitenanzahl: 474

Inhalt:

NoahundJude sind ein unzertrennliches Zwillingspaar. Beide sind künstlerisch begabt, doch während der introvertierte Noah seine Zeichnungen immer bei sich hat, versteckt die extrovertierte Jude ihr wahres Talent. Sie baut Sandskulpturen am Strand, die sie dann von der Flut zerstören lässt. Nachdem die Mutter der beiden ihnen davon erzählt, die Zwillinge auf die California School of Arts zu schicken, entfacht ein Kampf zwischen den Geschwistern.

Ein Kampf geprägt von Neid und Eifersucht. Die Rivalität der Beiden, die eigentlich schon immer da war, aber durch ihre enge Verbundenheit nicht zum Vorschein kam, trennt die Geschwister immer mehr voneinander. Bis Lügen, Missverständnisse und Hass zu einem schweren Bruch zwischen den beiden führen. So wurde NoahundJude zu Noah und Jude.

Meinung:

Als ich das Buch zum ersten Mal gesehen habe, hätte ich mit einer 08/15 Liebesgeschichte gerechnet. Wie sehr ich mich getäuscht hatte, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Das Buch fängt mit dem folgenden Satz an „So fängt alles an.“ Es gibt keinen passenderen Satz mit dem man dieses Buch anfangen könnte.

Die Handlung des Buches spielt zu verschiedenen Zeiten und wird aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Alle Kapitel, die in der Vergangenheit stattfinden, werden aus der Sicht von Noah erzählt. In den Kapiteln sind unsere Hauptprotagonisten 13/14 Jahre alt. Alle Kapitel, in denen Noah und Jude 16 Jahre alt sind, werden aus der Sicht von Jude erzählt. Das kann anfangs etwas verwirrend sein, aber nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich daran.

Der Schreibstil war für mich eher kritisch. Die Beschreibungen der Gefühlswelten und Gedanken waren zwar sehr detailliert geschrieben und ich konnte mich auch gut in die Charaktere hineinversetzen. Aber dann schmiss die Autorin dauernd mit irgendwelchen poetischen Metaphern und Analogien um sich, so dass manche Stellen einfach nur verwirrend waren. Das hat hat so ein bisschen den Lesefluss gestört.

Die Storyline wiederum war sehr gut. Die Geschichte ist kompakt und durchdacht. Die Autorin schafft es immer wieder Spannung aufzubauen, da jedes Kapitel mit einem Cliffhanger endet. Auch die Plottwists, die man sehr häufig findet, sind unerwartet.

Fazit:

Das Buch gibt einem einen sehr intensiven Einblick in die Gedanken und Gefühle der Charaktere. Dadurch, dass die Geschichte wie bei einem Puzzle erst Stück für Stück Sinn macht, wird es auch nie langweilig. Ich würde das Buch Lesern empfehlen die 14+ sind, da ich denke, dass es für jüngere etwas schwer zu fassen sein könnte.

Insgesamt gebe ich dem Buch 4,5 von 5 Sternen.

Lena, 13

Die Mitte der Welt

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„Die Mitte der Welt“ stammt aus der Feder des Kinder- und Jugendbuchautors Andreas Steinhöfel und wurde im Jahre 1998 im Verlag Carlsen veröffentlicht. Andres Steinhöfl arbeitet als Übersetzer, Rezensent und Drehbuchautor. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Als ich anfing, das Buch zu lesen, wusste ich noch nicht, wann es erschienen war. Was mir aber sofort auffiel, war der für ältere Bücher typische emotional etwas zurückhaltende, klare Schreibstil. Zuerst werden die Umrisse mit eindeutigen, schwarzen Pinselstrichen gemalt, danach mit an Metaphern reichen, bunten Gefühlen gefüllt. Bemerkenswert ist, dass für jede neue Situation neue Metaphern erschaffen werden und nirgends diese viel zu oft verwendeten 0815 – Phrasen zu finden sind.

Das Buch ist an keiner Stelle schwer oder anstrengend zu lesen; Wort fügt sich an Wort, bildet mühelos eine Handlung, die nicht künstlich vorangetrieben scheint, sondern von selbst von Seite zu Seite fließt.

Wer nach einem Buch sucht, das einen von einer Emotion zur nächsten reißt, ist hier gänzlich falsch. Als Leser fühlt man mit, wird aber nicht zu sehr hineingezwungen, sondern kann alles aus ein wenig Entfernung ruhig beobachten.

„Die Mitte der Welt“ ist ein Bildungsroman, in dessen Mittelpunkt der Junge Phil steht und aus seiner Sicht aus seinem Leben erzählt. Dabei springt man zwischen Ereignissen aus der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her. Das Buch verhält sich manchmal wie ein Gespräch; man erzählt von etwas, das erst kürzlich passiert ist, und findet eine ähnliche Erfahrung, die man bereits früher gemacht hat.

Der Roman beginnt mit der Überfahrt von Phils schwangerer Mutter Glass von Amerika nach Europa. Kaum hat sie das fremde Land erreicht, bringt sie Zwillinge zur Welt: Phil und Dianne. Die beiden wachsen in der Villa von Glass’ Schwester Stella auf, die etwas abseits des Ortes im Wald liegt. Die engstirnigen Bewohner des Dorfes werden ‚Die Kleinen Leute‘ genannt und sind der ‚amerikanischen Hure‘ und ihrer Familie gegenüber nicht sehr freundlich gestimmt. Glücklicherweise trifft Glass auf die Anwältin Tereza, die ihr hilft, sich ein Leben in Europa aufzubauen. Aber mit der Zeit leben sich auch Geschwister auseinander, Mutter und Tochter entwickeln gegenseitige Hassgefühle und Phil verliebt sich auf den ersten Blick in seinen neuen Klassenkameraden Nicholas.

Neben dem Erwachsenwerden ist in dem Buch auch Homosexualität ein zentrales Thema. Sie kommt in vielen Gestalten und Facetten vor, wirkt aber ebenfalls nie erzwungen in den Mittelpunkt gestellt.

Es ist ein rundum interessantes, angenehm zu lesendes Buch, das einem mit kluger Wortwahl und gewitzter Ironie den Spaß am Lesen nie verdirbt. Das Buch kann von allen Altersklassen gleichsam gelesen werden.

~ Karin, 16

Liebe ist so scheißkompliziert

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Autor: Sabine Schoder
Genre: Liebesroman
Seiten: 398

Inhalt:
Nele ist ein ganz normaler Teenager wie du und ich, außer, dass sie 1.90m groß ist. Deswegen hatte sie auch noch keinen Freund, denn wer will schon, dass die eigene Freundin um einiges größer ist als man selbst? Doch als Nele den Basketballspieler Jerome kennenlernt, ist es um sie geschehen. Als sie sich dann auf einer Party näherkommen, ist sie überglücklich, doch schon am nächsten Tag zerfällt alles in Scherben, denn die ganze Schule hat über Nacht ein Video von Neles nacktem Oberkörper erhalten und der einzige, der sie so gesehen hat, war Jerome. Hat er etwa das Video gemacht?

Kritik:
Das Buch hat mir gut gefallen und es ist eine leichte Lektüre für zwischendurch. Allerdings fiel es mir nicht immer leicht, mich mit Nele zu identifizieren, da ich eher zu den kleineren Leuten gehöre. Jedoch ist es auch eine geniale Idee, denn normalerweise halten sich Mädchen in Büchern für zu dick oder zu dünn, doch meistens nicht zu groß.
Leider habe ich den Plot-Twist schon relativ bald erahnt, trotzdem gab es noch Wendungen, die ich nicht erwartet hätte.

Fazit 3.5/5 Büchern: Es gab in dem Buch auch noch kleine Überraschungen, aber nachdem ich den Plot-Twist schon erahnte, verfiel die Spannung etwas. Jedoch würde ich das Buch jedem weiterempfehlen, der eine nette und lockere Lektüre sucht und gerne Liebesromane liest.

Jude, 17 Jahre

Save you

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Autor: Mona Kasten
Genre: New-Adult-Roman
Seiten: 380
Sprache: flüssig und mitreißend

2. Band der Trilogie

Inhalt:
Ruby und James haben es endlich geschafft, sie sind ein Paar. Doch als ein schwerer Schicksalsschlag die Familie Beaufort erschüttert, zerbricht alles. Ruby muss mitansehen, wie James immer mehr der Trauer verfällt und einen großen Fehler begeht, der Ruby das Herz bricht. Am liebsten würde sie das ganze letzte Schuljahr vergessen, doch als James beschließt, für ihre Beziehung zu kämpfen, ist ihr Plan ihn zu vergessen unmöglich.

Kritik:
Sowohl der erste als auch der zweite Band ist ein Genuss zu lesen. Vor allem rücken im zweiten Band auch Nebencharaktere ins Rampenlicht, was mir sehr gut gefallen hat. Besonders erfährt man mehr über James Schwester Lydia, die mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hat. Leider fand ich die Phase während Rubys und James Trennung etwas langatmig. Wirklich schockierend war jedoch das Ende, doch darüber kann ich leider nicht mehr sagen ohne nähere Details zu verraten.
Fazit 4/5 Büchern:
Auch der zweite Band der Serie ist ein voller Erfolg. Jedoch gab es ein paar Kapitel, die etwas langatmig waren, aufgrund eines Konfliktes zwischen den Hautprotagonisten, der in einem  Jugendroman zwar unausweichlich ist, ihn jedoch nicht weniger anstrengend macht. Trotzdem erwarte ich freudig den dritten Band.

Jude, 17 Jahre

Save me

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Autor: Mona Kasten
Genre: Roman
Seiten: 409
Sprache: flüssig und mitreißend

Inhalt:
Ruby Bell hat einen Wunsch, sie will nach Oxford. Darauf hat sie schon ihr ganzes Leben hingearbeitet und nun hat sie ihr letztes Schuljahr in der Privatschule Maxton Hall erreicht. Alles was dort zählt sind Geld, Luxus und Beliebtheit, doch Ruby interessiert sich für keines davon und versucht möglichst unbemerkt ihren Abschluss zu absolvieren. Doch als sie eines Tages in das Zimmer ihres Lehrers reinplatzt und etwas sieht, was sie nicht hätte sehen  sollen, ändert sich ihr Leben schlagartig. Denn der König der Schule -James Beaufort- will persönlich sichergehen, dass Ruby nichts von dem Zwischenfall erzählt, um den Ruf seiner Familie zu wahren. Daraufhin folgt James ihr auf Schritt und Tritt. Obwohl Ruby ihn nicht leiden kann, kann sie nicht leugnen, wie attraktiv er ist und in wen man sich verliebt, kann man sich schließlich nicht aussuchen.

Kritik:
Das Buch ist in einem ausgezeichneten Schreibstil verfasst und ich habe es an einem Tag geradezu verschlungen. Sehr spannend war auch Rubys Charakter, denn sie ist nach außen hin eher zurückgezogen, jedoch entwickelt sie einen gewissen Biss mit jedem Kapitel. Obwohl jeder weiß, dass sich etwas entwickeln wird zwischen James und Ruby, hat es lange gebraucht, bis ich mit James warm geworden bin.

Fazit 5/5 Büchern:
Es hat mir wirklich gut gefallen und ich kann es jedem weiterempfehlen, der gerne Romane liest. Auf jeden Fall freue ich mich sehr darauf, den zweiten Band zu lesen.

Jude, 17 Jahre

Mädchen in Scherben

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Autorin:
Kathleen Glasgow

Hauptprotagonisten:
Charlie, Mikey, Johnnie

Handlung:
In dem Buch geht es um die künstlerisch begabte Charlie, die sich des Öfteren selbst schwerverletzt. Sie hatte eine schreckliche Kinder und ihr sind selten gute Sachen widerfahren. Eines Tages geschah ein Ereignis, welches die Mauern zum Einstürzen brachte.
Daraufhin wurde sie in eine Klinik gebracht, in der sie sich schützen konnte und wieder auf die richtige Bahn gelenkt werden sollte. Nach ein paar Wochen wurde sie entlassen und ab da begann das Abenteuer.

Obwohl sie ständig mit Selbstmordgedanken zu kämpfen hat, versucht sie das beste aus ihrer Situation zu machen. Sie lernt neue Menschen kennen, kriegt einen Job und sogar eine Wohnung. Ab jetzt sollte alles besser werden, oder?

Das Buch wurde aus Charlies Sicht aus der Ich-Perspektive geschrieben.

Meinung:
Ich habe mich schon so lange auf das Buch gefreut und es hat mich echt nicht enttäuscht. Man findet nicht so viele Bücher in denen die Themen Depression und Selbstmordgedanken so intensiv behandelt werden.
Mir haben die Geschichte und der Schreibstil sehr gefallen und die Charaktere waren einfach unglaublich. Kathleen Glasgow will uns zeigen das es immer bergauf gehen kann, aber auch sehr schnell bergab. Ich würde dem Buch 4/5 Sternen geben.

Cover:
Das Cover passt ausgezeichnet zu der Handlung. Mir gefällt das deutsche Cover sogar besser als das Englische auch wenn es nur dezent verändert wurde.

Elena/14

Sami und der Wunsch nach Freiheit

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Autor: Rafik Schami

Seitenanzahl: 326

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Kurz zum Inhalt: Scharif und Sami sind die besten Freunde seit Kindheitstagen. Nun erzählt Scharif von den Abenteuern seines Freundes in ihrer Heimatstadt Damaskus und wie sich Sami die vielen Narben zugezogen hat, die ihn in seiner Nachbarschaft berühmt gemacht haben.

Meine Meinung: Es ist schwierig in Worte zu fassen, was dieses Buch so unheimlich besonders macht, aber ich werde mein Bestes geben es zu versuchen.

Beginne wir damit, dass Rafik Schami schlicht ein begnadeter Erzähler ist. Seine Romane haben stets etwas Märchenhaftes an sich, einen Hauch von „1001 Nacht“, der in jedem Wort mitschwingt. Schami macht in seinen Romanen stets seine Liebe zur Erzählkunst deutlich und so auch in diesem Buch. Generell bin ich ein großer Fan von einer Geschichte in einer Geschichte und Schami ist schlicht ein Meister auf diesem Gebiet. Auch schafft er es komplexe Umstände und Wahrheiten in einem simplen Satz geschickt festzuhalten, sodass man nur den Hut vor diesem Talent ziehen kann.

Und auch seine Charaktere haben immer etwas ganz Besonderes an sich. Sami, mit seinem lebendigen, rebellischen Geist, Scharif mit seinem ruhigen, aber aufmerksamen Wesen und sämtliche Nebencharaktere vom Postboten Elias bis zum Apotheker: Die Figuren scheinen tatsächlich zu existieren, keiner ist wie der andere. Man baut in diesen knapp über 300 Seiten eine Bindung zu ihnen auf, als wären sie alte Freunde.

Das macht, unter anderem, dieses Buch auch so unheimlich bewegend. Die Geschichten, die Scharif über Sami erzählt, sind erst schlicht bezaubernd in ihrem Charme und Witz, werden aber immer inspirierender und ergreifender. Die beiden Freunde rebellieren auf ihre ganz eigene Art und Weise gegen die Unterdrückung durch das syrische Regime, die Geheimpolizei und Propaganda in der Schule. Der Leser versteht, wieso sie ihre Heimat und deren Menschen so sehr lieben, aber auch, dass die Repression ein Teil des alltäglichen Lebens ist und ausweglos scheint. Umso ergreifender ist es also, als der Arabische Frühling auch in Syrien einkehrt und Sami und Scharif begeistert und beharrlich mitwirken, auch wenn es sie ihre Freiheit kosten könnte. So tragisch das Schicksal auch ist, das Syrien seither verfolgt, ist es doch ohne Zweifel inspirierend zu sehen wie diese beiden jungen Männer auch in den dunkelsten Stunden nicht daran denken aufzugeben und die Hoffnung nicht verlieren.

Fazit: „Sami und der Wunsch nach Freiheit“ von Rafik Schami, ist ein kleiner Schatz der zeitgenössischen Jugendliteratur. Es inspiriert einen ohne belehrend zu sein, und regt Verstand und Seele an, sodass einen diese märchenhaft-schön erzählte, aber genauso rücksichtlos ehrliche Geschichte einen nur schwer wieder loslässt.

Selin, 16 Jahre alt

“City of Thieves”

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Autorin: Natalie C. Anderson

Originaltitel: City of Saints and Thieves

Seitenanzahl: 400

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Kurz zum Inhalt: Kenia – Hier lebt die gewitzte junge Diebin Tina in Sangui City. Als Mitglied einer gefürchteten Gang treibt sie in der Stadt ihr Unwesen. Doch ihr eigentliches Ziel ist klar: Sie möchte den Mörder ihrer Mutter, den reichen Mr Greyhill, fassen und für seine Tat bezahlen lassen. Kurz bevor sie ihm jedoch wichtige Daten stehlen und veröffentlichen kann, um seinem Geschäft ein für allemal ein Ende zu bereiten, wird sie von Michael Greyhill, Mr Greyhills Sohn und Tinas ehemaliger beste Freund, daran gehindert. Sie schließen einen Pakt: Er, der nicht glaubt, dass sein Vater für den Tod ihrer Mutter verantwortlich ist, möchte ihr helfen den wahren Mörder zu finden, jedoch muss sie ihm im Gegenzug versprechen, die vernichtenden Daten nicht publik zu machen. Gemeinsam mit dem Hacker Boyboy beginnen sie eine gefährliche Ermittlung und decken dabei lang gehütete Geheimnisse auf, die Tinas Leben für immer verändern werden…

Meine Meinung: Am Anfang ist der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig. Er ist recht jugendlich und einfach gehalten, was dann ein Problem wird, wenn man bei manchen Sätzen ein wenig über das Ziel hinausschießt und es mit dem jugendlichen „Slang“ ein wenig übertreibt. Jedoch ist die Geschichte so auch schnell und einfach in einem Rutsch lesbar.

Die Geschichte selbst wird nicht getrieben von dauerhafter Spannung – die gibt es zwar auch stellenweise, aber sie entsteht nicht durch besonders ausgetüftelte Verfolgungsjagden, sondern, meiner Meinung nach, durch das Setting. Denn dieses Buch ist im Vergleich zu anderen Schauplätzen in anderen Jugendromanen sehr unkonventionell.
Wie oft liest man in Jugendromanen schon etwas aus dem Kongo oder Kenia? Beim Lesen dieses Buchs, wird einem klar, wieviel ungenutztes Potenzial für Geschichten es noch gibt, wie viele Themen noch nicht ansatzweise genug beleuchtet sind. Das macht diesen Roman aber auch so unglaublich interessant. Korruption, Diskriminierung, enorme soziale Ungerechtigkeit, Milizen, Waffenschmuggel, Kriegsflüchtlinge, Propaganda, Vorurteile – All diese Themen machen „City of Thieves“ zu einem einzigartigen Leseerlebnis.  Man merkt wieviel Arbeit in die Recherche gesteckt worden ist: Die Autorin schafft es einem einen Eindruck zu geben, welche komplexe, undurchsichtige Politik den Alltag von diesen Teilen Ostafrikas beherrscht. Man wird mit neuen Perspektiven und Schicksalen vertraut, die vielleicht unschön sind, aber dafür auch echt und wert, wahrgenommen zu werden. Es wird deutlich, wie sehr unsere unmittelbare Umwelt uns und unsere Wahrnehmung prägt und, dass man in ausweglosen Situationen oft Dinge tut, die von außen hin unverständlich wirken, aber einen selbst am Leben und Sicherheit erhalten.

Der tatsächliche Plot dagegen war dann doch eher vorhersehbar und klassisch für einen Jugendthriller.  Auch wenn der Räuberbund ein wenig Abwechslung bringt, sind hier auch die größten Plotholes zu finden: Es gibt einige Logikfehler, die ignoriert werden, um den Plot voranzubringen, dementsprechend wird sich von Tinas Seite her sehr auf die Unachtsam- und Gedankenlosigkeit ihrer Gegner verlassen. Was nicht heißt, dass es nicht trotzdem unterhaltend ist; ein zwei Wendungen lassen einen dann doch ein wenig sprachlos zurück.

Auch die vielschichtigen Charaktere wiegen die stellenweise Vorhersehbarkeit auf: Nicht nur Michael, mit seiner verzehrten aber auch verständlich eingeschränkten Wahrnehmung regt einen zum Nachdenken an. Sondern auch Mr Greyhill, der mit Abstand wohl der interessanteste Charakter ist: Er ist nicht einfach der undurchschaubare Antagonist, der bloß da ist, um der Protagonistin Ärger zu machen. Wir erhalten einen Einblick in seine Denkweise und seine Gefühlswelt, seine Motive, warum er die Dinge tut, die er tut und sehen auch, dass er mehr ist, als bloß der skrupellose „Bösewicht“. Zwar sind seine Ansichten ohne Zweifel verzehrt und moralisch alles andere als vertretbar, aber man kann ihn und sein Handeln nachvollziehen.
Ganz generell muss man noch loben wie vielfältig die Charaktere sind: Dunkel- und hellhäutige Figuren, aus allen möglichen Schichten und Hintergründen.

Auch das Glossar am Ende ist ein netter Zusatz, der die frische Atmosphäre des Romans nur noch unterstreicht und einen gleichzeitig auch ein bisschen etwas dazulernen lässt.

Fazit: „City of Thieves“ von Natalie C. Anderson ist ein unkonventioneller, aufregender Jugendroman, der die Tür in die Welt Afrikas öffnet und den Leser mit neuen und komplexen Perspektiven bereichert. Wer etwas wirklich Neues sucht und seinen Horizont erweitern will, sollte unbedingt nach diesem Buch greifen und sich in den bunten, aber auch harten Alltag Kenias entführen lassen.

Was von mir bleibt

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Der Jugendroman „was von mir bleibt“ stammt von Lara Avery, einer amerikanischen Schriftstellerin. Er hat rund 400 Seiten und wird ab 14 Jahren empfohlen.

Das Buch hat einen sehr interessanten Aufbau, da es sich um eine Sammlung kurzer Geschichten, kleiner Auszüge aus dem Leben der Protagonistin Samantha (Sammie) McCoy handelt, die sie selbst mal am Laptop, mal am Handy für ihr sogenanntes ‚Erinnerungsbuch‘ verfasst. Dieses schreibt sie an sich selbst, an die ‚Zukünftige Sammie‘, da Sammie an einer unheilbaren Krankheit leidet, die mit der Zeit auch ihr Gedächtnis verschlechtern wird. Um dennoch weiterhin sie selbst zu sein, um bis zum Schluss sie selbst gewesen zu sein, schreibt sie alles auf, was passiert.

In Form dieser Einträge liest man von Sammies Leben, seit sie erfahren hat, dass sie nicht wie alle anderen werden wird, dass sie nicht wie geplant nach New York ziehen und dort als erfolgreiche Anwältin tätig werden kann. Was zuerst nicht sehr auffällt, nach Beenden des Buches aber kaum zu Übersehen ist, ist die Veränderung, die Sammie durchläuft, wie sich ihre Aufzeichnungen verändern. Die starke, selbstbewusste, ehrgeizige Samantha McCoy ergründet sich selbst und findet zurück zu ihren wahren Träumen, ihren wahren Gefühlen und lebt sie aus. Sie verliebt sich. Sie streitet mit ihrer besten Freundin. Sie kostet ihr Leben aus.

Es sind zunächst alltägliche Geschichten, die an sich nicht besonders spannend sind, aber den Leser durch ihre Kürze und unterschiedliche Schreib- und Druckweise nicht langweilen. Es gibt kaum vollständig bedruckte Seiten, manchmal ist alles klein geschrieben, dann fehlen Beistriche, Rechtschreibfehler etc. Aber das ist alles gewollt und gestaltet Sammies Einträge sehr realistisch. Sammie selbst ist sehr klug und fasst die Dinge kurz und präzise zusammen, sieht aber auch die Schönheit in der Welt. Sie hat beides in sich, die kühle, berechnende Seite ebenso wie die kindliche, verträumte.

Am Ende wird das Buch sehr emotional und absolut fesselnd. Selbst wenn man von dem Rest des Buches nicht besonders viele Gefühle zu spüren bekommt, machen das die letzten zwanzig Seiten wieder wett. Diese letzten Kapitel haben mich wirklich bewegt und fasziniert. Deshalb bin ich sehr froh, diesen Roman gelesen zu haben. Ich kann das Buch jenen empfehlen, die etwas suchen, das nicht allzu schwer geschrieben ist, aber dennoch eine große Tiefe aufweisen kann. Auch ein wenig Romantik ist zu finden.

~ Karin, 16

Böse Schatten

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Autor: Christian von Ditfurth

Inhalt

In dem Kriminalroman geht es darum, dass eine Leiche gefunden wurde, die vor 25 Jahren gefoltert wurde. Da die Polizei mit dem Fall nicht vorankommt, ist Herr Josef Maria Stachelmann ihre letzte Hoffnung. Er ist ein Uni-Professor und hat sich schon früher mit Kriminalfällen beschäftigt. Doch als er zum Chef gewählt wurde, kam es zu ein paar Komplikationen, denn er war der Chef seiner Freundin.

Das Team (die Polizisten und er) finden vieles heraus, wie z.B., dass der Mann, der getötet wurde, eine Affäre mit seiner Nachbarin hatte. Da es die Ehefrau wusste, dachten sie, dass es sie war…

Es passieren viele Zwischenfälle, als ob jemand hindern wollen würde, dass ermittelt wird.

Meinung

Ich finde das Buch sehr gut. Es ist sehr spannend und man will erfahren, was passiert ist. Das Buch ist für mich nicht sehr verständlich, da es ein wenig kompliziert ist. Man muss sich bis zur letzten Seite durchkämpfen und es lohnt sich auch. Aber der Grund dafür könnte sein, dass das Buch für Erwachsene ist. Aber trotzdem ist es auch für mein Alter lesbar.

Anna, 14

Das tiefe Blau der Worte

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Autorin: Cath Crowley

Verlag: Carlsen

Seitenanzahl: 394

Inhalt:

Bevor Rachel vor ein paar Jahren aus der Stadt zog, hat sie Henry, ihrem besten Freund und heimlichen Schwarm, einen Liebesbrief hinterlassen. Doch Henry hatte nur Augen für Amy und kam nicht einmal, um sich von Rachel zu verabschieden.

Während der nächsten paar Jahre hören die beiden kaum voneinander. Henry führt eine Hop on hop off Beziehung mit Amy (er wartet meistens einfach darauf, dass sie zu ihm zurückkommt – was sie auch tut) und arbeitet weiterhin in dem geliebten Buchladen seiner Familie.

Währenddessen hat Rachel vor, Henry nie wiederzusehen. Doch die Dinge kommen ganz anders als erwartet: Rachels Bruder ertrinkt und ihre Familie hält es für das Beste, sie zu ihrer Tante in ihre Heimatstadt zurückzuschicken, um dort zu arbeiten und ihre Trauer zu überwinden.

Rachel fängt an, in Henrys Buchladen zu arbeiten (gegen ihren Willen) und langsam, zwischen Büchern und der Frage nach der Zukunft, nähern sich die beiden wieder an.

Meine Meinung:

Die Kapitel sind aus Rachels, aber auch aus Henrys Sicht geschrieben und außerdem gibt es Briefausschnitte zu lesen.  Das Buch ist gut geschrieben – sehr flüssig, aber auch philosophisch bzw. poetisch.

Was ich wirklich an dem Buch mochte, ist, dass auch die Geschichte der “Nebenfiguren” ausführlich behandelt wird. So geht einem auch die Geschichte von beispielsweise Henrys Schwester George zu Herzen oder die von Lola und Hiroko, Freunde von Rachel und Henry, die eine Band haben.

Außerdem ist es ein Buch, in dem die Literatur eine große Rolle spielt. Die Liebe zu Büchern ist hier genauso wichtig wie Freundschaft.

Zum Cover:

Ich finde es zwar sehr schön, aber meiner Meinung nach ein bisschen zu dramatisch für das Buch. Besser gefällt mir das Hardcover (unter dem eigentlichen, abnehmbaren Cover), vor allem, weil es selten aufwändig gestaltet ist. Außerdem finde ich persönlich, dass es das Buch besser repräsentiert.

Abschließend muss noch gesagt werden, dass das Buch weder kitschig, noch klischeehaft ist, obwohl das Augenmerk auf oft behandelten Themen wie Liebe und Freundschaft liegt.

Ines, 15