Wie Monde so silbern ( Luna-Chroniken Band 1)

Luna-chroniken_cover

Originaltitel: Cinder

Autorin: Marissa Meyer

Seitenanzahl:  384

Altersempfehlung:  12 Jahre

Wer sich im letzten Jahr auch nur ein wenig mit den damaligen Buchtrends beschäftig hat, hat bestimmt mitbekommen, dass „Wie Monde so silbern“ überall hochgelobt, bejubelt und angepriesen wurde.  Cinder, hier, Cinder, dort, in keinen Buchblog und auf keinen Booktube-Channel konnte man klicken, ohne mindestens einmal auf diese Märchenadaption von Aschenputtel anzutreffen. Natürlich ging es mir nicht anders und nachdem der erste Band eine ganze Weile halb in meinem Bücherregal versauert ist, hab ich mich vor einer Woche doch dazu entschieden, das Buch zu lesen, um endlich zu erfahren was es ist, was alle an diesen Büchern so sehr reizt und begeistert…

Kurz zum Inhalt: Cinder ist ein Cyborg. Und als ob sie deswegen nicht schon genug von der Gesellschaft in Neu-Peking ausgegrenzt wird, hat sie auch noch eine hundsgemeine Stiefmutter, die Cinder all das Geld, welches sie als Mechanikerin an einem kleinen Stand verdient, wegnimmt und für ihre eigenen Zwecke ausnützt. Doch eines Tages stattet der höchst charmante und natürlich höchst attraktive Prinz Kai eben diesem Stand einen Besuch ab und bittet Cinder um Hilfe. Noch ahnt Cinder nicht, dass noch viel mehr hinter diesem Auftrag steckt, als ihr anfangs bewusst ist, denn sie erfährt nicht nur unfassbare Dinge über sich selbst, die sie nie für möglich gehalten hätte, sondern sieht sich früher oder später auch noch mit der herzlosen Königen von Luna konfrontiert, die bereit ist alles in ihrer Macht stehende zu tun um ihre Ziele zu erreichen. Selbst, wenn sie dafür über Leichen gehen muss …

Pro: Erstmal möchte ich ein paar Worte zu der Autorin verlieren: Der Schreibstil hat, mir persönlich, wirklich gut gefallen, weshalb ich auch innerhalb eines Tages schon mit dem Buch fertig war. Egal ob Spannung und weniger aufregende Szenen zwischendurch, man liest immer gerne weiter und es gibt nur selten Stellen an denen es sich ein wenig zieht, aber die sind auch schnell vorbei.

Auch der Wechsel zwischen den Perspektiven von Kai und Cinder ist wirklich von Vorteil, da man so viel mehr von den Geschehnissen mitbekommt. Bei manchen Büchern, wie zum Beispiel beim dritten Teil von Divergent, leidet die Geschichte ein wenig unter einem solchen Wechsel, aber so nicht bei diesen beiden Protagonisten.

Wo ich gerade bei den Charakteren bin: Ich bin schwer begeistert von der Buchcharakteren. Cinder ist eine Protagonistin, die nicht einfach in der Ecke steht und zusieht, sondern ihre Meinung sagt und zurück brüllt, wenn sie jemand angreift, was ich als eine nette Abwechslung empfunden habe. Endlich mal eine weibliche Protagonistin, die nicht erst im letzten Band drauf kommt, dass sie sie sich ja eigentlich auch verteidigen darf! Die Streitgespräche  zwischen ihr und ihrer Stiefmutter, waren mitunter die Stellen, die mir am besten gefallen haben.

Auch die restlichen Charaktere, ob der liebevolle und bezaubernde Kai, der etwas eigenartige Dr. Erland, die fiese Stiefmutter oder die unheimliche Königin von Luna, alle Personen waren gelungen ausgearbeitet und hatten prägende Charakterzüge.

Auch die Story und  die, meiner Meinung nach, sehr packenden Dialoge sind nicht zu verachten. Ebenso die Idee hinter diesen ganzen politischen Bündnissen nach dem fiktiven 4. Weltkrieg und der mächtigen Kolonie auf dem Mond, fand ich im höchsten Maße unterhaltsam, rund um also eine geschickt verpackte Geschichte. Insbesondere der Schluss war Nervenkitzel auf höchstem Niveau und nagt immer noch an mir …

Contra: Jetzt denkt man sich wahrscheinlich: Zuerst schwärmt sie bis zum Umfallen und jetzt hat sie noch Kritik anzubringen? Ja, das habe ich, aber auch wirklich nicht viel.

Der erste Kritikpunkt meinerseits ist die physische Beschreibung. Ich bin jemand der unbedingt wissen muss, welche Augen- oder Haarfarbe ein Charakter hat, dick oder dünn, groß oder klein, sonst werde ich ganz verrückt, wenn ich mir die Personen nicht richtig vorstellen kann. Und das ist mir hier irgendwie ein wenig zu kurz gekommen, denn wenn ich nicht weiß welche genaue Augenfarbe die Protagonistin hat, nimmt mir das einfach etwas am Lesevergnügen.

Und der zweite Kritikpunkt ist die leider zu voraussehbare Handlung. Ohne zu übertreiben kann ich sagen, dass ich von Anfang wusste, welche Geheimnisse es um Cinder gibt, weil es einfach so offensichtlich für mich war. Der gewünschte Plot-Twist ist für mich also ausgeblieben und ich hoffe sehr, dass Ms Meyer es schafft, mich beim nächsten Teil vielleicht doch zu überraschen …

Fazit: Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen und Empfehle dieses Buch jedem, der eine Schwäche für Märchen und Fantasygeschichten hat. Im Großen und Ganzen war es ein wirklich überzeugender Auftakt zu den „Luna-Chroniken“, aber ich habe das leise Gefühl, dass die Autorin es in den folgenden Bänden noch übertreffen kann und bin schon sehr gespannt, wie es nach diesem offenen  Ende weiter gehen wird…

Selin , 14 Jahre alt

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