Der Prinz der Elfen

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Der Fantasyroman ‚Der Prinz der Elfen‘ stammt aus der Feder der Bestseller-Autorin von ‚Die Spiderwick-Geheimnisse‘ Holly Black. Der Originaltitel lautete eigentlich ‚The Darkest Part of the Forest‘. Das Buch hat 416 Seiten in der gebundenen Ausgabe und erschien am 3. April 2017 beim Verlag cbt.

Die Protagonisten sind die Geschwister Hazel und Benjamin Evans, die in dem Ort Fairfold leben, der an einen Wald angrenzt, in dem es vor magischen Wesen nur so wimmelt. Der Herr über alle Elfen, Trolle, Phookas, Wasserhexen und viele andere ist der Erlkönig, der seinen Untertanen erlaubt, Scherze mit Menschen zu treiben.

In seinem Wald steht ein Glassarg, in dem ein Junge mit Hörnern schläft, ein Junge so schön, dass er nur ein Prinz sein kann. Seit ihrer wilden Kindheit, die Ben und Hazel mehr im Wald als Zuhause verbracht haben, träumen sie davon, dass er aufwacht und wie in Bens Geschichten mit ihnen gemeinsam Fairfold rettet, schließlich hat Hazel schon als Elfjährige Jagd auf Elfen gemacht, die Sterblichen etwas zuleide getan hatten.

Als der Sarg jedoch eines Tages zerstört aufgefunden wird und Hazels Schwert, das sie einst gefunden hat, verschwindet, bricht alle Gewohnheit auseinander. Angriffe auf Menschen werden immer aggressiver und Hazel bekommt rätselhafte Botschaften, die sie immer wieder an einen Handel erinnern, den sie mit dem Erlkönig abgeschlossen hat, einen Handel, der viel grausamer und schwerwiegender ist, als es sich die kleine Hazel damals vorstellen konnte.

Bei dem Roman denkt man auf den ersten Seiten, man hätte einen schrecklichen Fehlgriff begangen. Die Vorstellung der verschiedenen Personen folgt einem zähen Schema der Aufzählung und bestätigt, was das etwas amateurhafte, sehr zusammengestückelte Cover (in meiner Ausgabe) ankündigt. Im Allgemeinen ist der Schreibstil gegen Anfang hin sehr undurchsichtig und verwirrend.

Davon darf man sich aber nicht abschrecken lassen, denn umso weiter man liest, desto mehr Puzzleteilchen fügen sich zu einem Ganzen zusammen, das man nie erwartet hätte. Altbekannte Motive und Typen werden neu zusammengewürfelt und ergeben eine unglaubliche gelungene Geschichte voller Überraschungen. Aber nicht nur die Intelligenz der Autorin wird zur Schau gestellt, auch der Leser muss sein Köpfchen zeitweise etwas anstrengen, um dem Handlungsverlauf folgen zu können, was sich im Zusammenhang mit der Geschichte allerdings sehr positiv auswirkt.

Die Personen waren mir nicht gleich ganz geheuer, aber mittlerweile weiß ich sie alle zu schätzen. Besonders Hazel ist eine beeindruckende Persönlichkeit, die hinter all ihrer Härte und ihrem Mut so menschlich und verletzlich sein kann, ebenso wie Jack, der Elf, der unter Menschen lebt und nirgends so richtig dazugehört.

Am Ende des Buches fragt man sich plötzlich, was auf den vielen Seiten stand, denn es werden wenige Zeichen auf ellenlangen Beschreibungen oder langatmigen Gefühlsduseleien verschwendet. Dadurch gewinnt der Roman etwas von dem Charakter eines Abenteuerbuches.

Leider gibt es auch nach Beendigung der Lesephase noch einige Stellen – auch nur einzelne Sätze – deren Bedeutung sich bis zum Schluss nicht aufklärt. Geheimnisse, die absichtlich Geheimnisse bleiben, sind Teil eines jeden Buches, allerdings glaube ich, dass es sich bei ebendiesen Stellen um schlichtweg unglückliche Formulierungen handelt. Vielleicht habe ich aber auch nur nicht scharf genug nachgedacht.

Der zweite Kritikpunkt sind die Altersangaben. Vieles des gesamten Romans sind Rückblenden, was ich an sich gut finde, allerdings ist es sehr unrealistisch, von einem elfjährigen Mädchen zu sprechen, das mit dem Schwert Ungeheuer jagt und die Körperkraft aufweist, diese zu töten.

Die Altersbeschränkung liegt bei vierzehn Jahren und ich denke, das passt genau so. Zu empfehlen ist es für Leute, die Fantasy oder Abenteuer lieben und sich gerne in eine starke, zielstrebige und mutige Frau hineinversetzen.

~ Karin, 15

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GRG in 1210 Wien

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