AMANI- Verräterin des Throns

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Autorin: Alwyn Hamilton

Originaltitel: Traitor to the throne

Seitenanzahl: 544

Altersempfehlung: 14 Jahre

ACHTUNG: DIE FOLGENDE REZENSION ENTHÄLT SPOILER ZUM ERSTEN BAND

Kurz zum Inhalt: Amani gehört nun zu der aufstrebenden Rebellenbewegung von Prinz Ahmed. Doch nach einer unglücklichen Fügung des Schicksals wird sie vom Sultan höchstpersönlich gefangengenommen und es scheint keinen Weg zu geben, sie wieder zu befreien. Bestrebt ihren Freunden trotzdem irgendwie zu helfen, nimmt sie das Risiko auf sich und hält als Spionin Augen und Ohren offen, um die Geheimnisse des Feindes an die Rebellen weiterzutragen. Doch nie hätte Amani gedacht, dass sie bei ihren Auskundschaftungen Dinge erfährt, die ihre Meinung zu bereits beschlossenen Freunden und auch Feinden ins Wanken bringen…

Meine Meinung: Bevor ich überhaupt beginne ins Detail zu gehen, kann ich schon sagen, dass der zweite Band um Längen besser ist als der erste, den ich zwar auch gemocht habe, der aber doch an so manchen Stellen seine Fehler hat. Diese Fehler werden in der Fortsetzung nicht gemacht, doch dazu gleich mehr.

Auch im zweiten Band ist Frau Hamiltons Schreibstill atmosphärisch und fließend mit unterhaltenden manchmal witzigen, manchmal elektrisierenden Dialogen und bildhaften Szenenbeschreibungen. Mein größter Kritikpunkt am ersten Band ist ja gewesen, dass das Buch einfach zu kurz ist und viele Szenen in ihrem fehlenden Detailreichtum darunter leiden müssen. Doch so nicht hier, denn die Autorin hat sichtlich mehr Arbeit in die Ausarbeitung gesteckt. Die Darstellungen und Beschreibungen der Handlung und der Szenerie sind genauso lang und detailreich wie es sein muss: nicht zu lang, aber auch nicht (wie im Vorgänger) zu knapp, sodass man flott und gerne durchliest.

Ebenso bei den Charakteren hat sich einiges getan: Während diese im ersten Band, außer der Protagonistin, doch ein wenig eintönig und undurchsichtig sind, lernt man sie in „Verräterin des Throns“ besser kennen, was sie für den Leser greifbarer macht. Dadurch kann man jegliche bestehenden Beziehungen unter den Figuren endlich besser nachvollziehen und sie kommen einem nicht mehr so plastisch und aufgesetzt vor. Und nicht nur das: Es kommen einige neue Charaktere dazu und manche von ihnen haben sogar eine überaus interessante Tiefe inne.
Speziell der Sultan ist, meiner Meinung nach, besonders gelungen: er ist nicht einfach „böse“; man lernt ihn als Menschen kennen, in all seinen interessanten Facetten, Zielen und Ängsten, was ihn zu einem glaubwürdigen und höchst faszinierenden Antagonisten macht.
Und zusätzlich zu Amani gibt es nun auch Sam, der ein wenig Humor und Witz in die Erzählung bringt.

Manchmal, muss man aber sagen, sind es dann doch etwas zu viele Charaktere auf einmal, wodurch man den Überblick in manchen Szenen ein wenig verliert, doch das ist nicht allzu gravierend.

Denn die Spannung macht das alles wieder wett. Obwohl der Plot im Mittelteil etwas an Fahrtwind einbüßt, ist dieser Jugendroman ansonsten vollbepackt mit Wendung über Wendung über Wendung. Nichts und niemand ist wie er oder sie scheint; ständig wird der Leser überrascht und ist wie gefesselt von der schlauen und oft auch hinterlistigen Art und Weise wie diese Geschichte erzählt wird. Immer wieder schnappt man nach Luft und kann gar nicht schnell genug weiterlesen, während der nächste Plot-Twist auch schon auf einen wartet. Selbst der wie schon erwähnte etwas ruhigere Mittelteil, ist, obwohl er nicht unbedingt actionbeladen ist, trotzdem nicht langweilig und ein notwendiger Schritt in Richtung Ende.

Und dieses Ende ist schlicht Spannung pur und in seiner Emotionalität einer der besten Handlungsstränge dieser Erzählung; man fliegt praktisch durch den letzten Akt.
Auch die Romanze zwischen Jin und Amani ist schön, herzerwärmend und reizvoll, und genauso reizvoll ist auch die Rebellenbewegung, und das obwohl schon genug Jugendromane in diese Richtung existieren.
Ganz besonders gut gefallen hat mir aber die Einbindung der vielen Mythen und Legenden, die das Leseerlebnis nochmal magischer und einzigartiger machen. Die mystische Atmosphäre, die dadurch aufgebaut wird, ist sogar ein wenig vergleichbar mit „Tausendundeine Nacht“.

Fazit: Eine ganz wunderbare Fortsetzung, die ihren Vorgänger ohne Weiteres übertreffen kann, mit ihrem orientalischen Charme und der omnipräsenten Spannung, die sich um keinen Schockmoment zu schade ist. Ich kann kaum abwarten bis auch der dritte und letzte Band erscheint: sehr, sehr empfehlenswert und auf jeden Fall mehr als lesenswert!

Selin, 16 Jahre alt

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