Das Auge von Licentia

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Der dreihundertdreizehnseitige Roman ‚Das Auge von Licentia‘ stammt aus der Feder der im Saarland lebenden Autorin Deana Zinßmeister. Sie hat schon unzählige historische Bücher geschrieben, dieses ist erstmals an Jugendliche gerichtet. Es erschien 2017 im Arena Verlag.

Die Handlung spielt sich in einem Dorf namens Licentia ab, deren Dorfbewohner wie im Mittelalter leben, obwohl die Geschichte in der heutigen Zeit angesetzt ist. Die Einwohner sind freiwillige Teilnehmer einer Fernsehsendung, die in den modernen Teil der Welt übertragen wird, allerdings wissen nur die Älteren, dass ihr gesamtes Leben jederzeit von außen beobachtet und gefilmt wird. Die Jüngeren sehen das kleine Dorf, den großen Wald und die weit entfernten Berge als ihr gesamtes Universum an – so auch Jonata, die fünfzehnjährige Protagonistin, die von ihrem Vater eher wie ein Junge als ein Mädchen erzogen wurde.

Aber es gibt noch ein zweites Dorf. Dieses liegt im Wolfsbannerland, das an der Lichtung im Wald beginnt, und diejenigen beherbergt, die Licentia aus mysteriösen Gründen verlassen haben. Beide meiden sich, es gibt keinen Kontakt.
Eines Nachts ist Jonata mit Jungen ihres Dorfes auf der Jagd, wird aber nach dem Auftauchen der Drachen alleine zurückgelassen und lernt Tristan, einen Wolfsbanner, kennen.

Das Buch ist von Anfang an ziemlich unverkennbar ein Liebesroman und obwohl ich Liebesgeschichten recht gerne lese, hat mir das Buch überhaupt nicht gefallen. Kurz und bündig: In meinen Augen ist es langweilig und die Romanze schrecklich kitschig und unrealistisch.Seit dem ersten Mal, als sich Tristan und Jonata getroffen haben (es war dunkel, das Treffen kurz und wortkarg), scheinen sie unsterblich ineinander verliebt zu sein. Es wird auch ständig von der Angst gesprochen aufzufliegen, aber es reiht sich dann doch ein glückliches Treffen an das andere.
Außerdem wird das ganze Buch von kurzen schlichten Sätzen durchzogen, die keine Spannung aufbauen oder Interesse an der Handlung hervorrufen können. Es sind auch kaum stilistische Mittel vorhanden, sogar eine Wortwiederholung, die definitiv nicht gewollt ist, konnte ich ausmachen. Es wirkt im Allgemeinen fast so, als hätte die Autorin die falsche Einstellung zum Leseverständnis von Jugendlichen.

Etwas, das ich aber gut finde, war die Nichtauflösung eines Rätsels. So etwas mag ich persönlich immer sehr, da es in diesem Fall allerdings das einzige Unvorhersehbare war, das sich im Laufe des ganzen Buches ereignet hatte, wirkte es nicht so sehr.

~ Karin, 16

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GRG in 1210 Wien

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