Dämonen küssen verboten

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„Dämonen küssen verboten“ ist ein Fantasyroman von Michaela Ulrike Klapetz und erschien am 11. August 2017 im Morawa-Verlag. Es ist ihr zweites Buch und die Fortsetzung von „Schwellenzeit – Threshold Time: Triff mich zur Sommersonnenwende“. Das Buch weist eine Länge von 372 Seiten auf.

Die Geschichte erzählt von der Literaturstudentin Maire O’Neill, welche die Verlobte von Trahern O’Brien, einem Dämon, ist. Doch er ist nicht der Einzige, der Hals über Kopf für Maire gefallen ist – auch ihr Mitstudent Sam, ein ganz gewöhnlicher Mensch, hat Gefühle für sie, die ihr nicht verborgen sind. Außerdem möchte das Mädchen gerne ihre Mutter, die vor langer Zeit verstorben und nun ebenfalls eine Dämonin ist, wiedertreffen, was für sie eine gewisse Gefahr birgt, da Maire dafür das Reich der Tudoren, wo die Dämonen ihr Dasein fristen, betreten muss.

Über die Handlung kann ich nicht viel sagen, da es nicht viel Handlung gibt: Maire und Trahern sind in Irland und lieben sich, sie gehen gemeinsam aufs Trinity College und haben sich unendlich gern, sie fliegen gemeinsam ins Kaltenbachtal und sind immer noch schrecklich verliebt ineinander. Das geht noch ein paar Mal hin- und her, aber ansonsten gibt es weder interessante, kleine Handlungen noch einen großen Spannungsbogen, der sich durch das ganze Buch zieht.

Auch Maires Art, Dinge zu erzählen, verleiht der Geschichte nicht mehr Charme, da sie als Erzählerin auf mich nicht sehr klug wirkt, es werden ständig Dinge gesagt, die schon erwähnt wurden, und oft ist auch nicht klar, was eigentlich gerade passiert. Einmal lässt sie sich zukünftige Ereignisse durch den Kopf gehen, doch man weiß nicht genau, ob ein Zeitsprung gemacht wurde oder es sich nur um ihre Vorstellung handelt. Sie handelt unvorhersehbar und wenig nachvollziehbar.

Es ist auch zu erwähnen, dass Maire anscheinend nichts lieber tut, als ihren Trahern alle zwei Seiten zu küssen. Klischees sind selbstredend anzutreffen (z. B.: natürlich kommt Shakespeares „Romeo und Julia“ vor).

Im Ganzen wirkt die Geschichte wie eine schlechte Kopie der Twilight-Filme: Der Unsterbliche, der sich hoffnungslos in ein Menschenmädchen verliebt, die zahlreichen nichtmenschlichen Geschwister, der Menschenjunge, der ebenfalls in das Mädchen verliebt ist, die Heirat. Das Einzige, was nicht dabei ist, ist die Spannung.

Ich achte meistens nicht besonders auf die Cover. Eines wie dieses aber habe ich noch nie gesehen. Das Bild hat keinen Bezug zur Geschichte und schreckt eher ab, als neugierig zu machen.

Das ganze Format des Buches lässt es unprofessionell und unharmonisch aussehen. Die Fußnoten, die eingebaute irische Phrasen erklären, sind auf jeden Fall hilfreich. Dann aber werden willkürlich deutsche Wörter erklärt, was zwar für einen kleinen Teil der Leser tatsächlich notwendig sein dürfte, meiner Meinung nach aber in den Aufgabenbereich der Leser fällt. Am Ende jedes Kapitels wurde ein offensichtlich selbstgeschossenes Foto eines Ortes oder Gegenstandes aus dem Buch hinzugefügt.

Des Weiteren finden sich kleine Fehler wie falsch gesetzte Satzzeichen, fehlende Anführungszeichen, Fußnoten ohne Erklärung, etc.

Ich habe im gesamten Roman eine einzige Stelle gefunden, die ich nicht so schlecht fand, aber selbst diese war nicht prinzipiell außergewöhnlich, sondern lediglich besser als der Rest.

Es soll eine süße Liebes-Fantasy-Geschichte sein, aber ich kann leider kein Fünkchen Romantik, Spannung, Interesse oder Aufregung spüren.

~ Karin, 16 Jahre

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GRG in 1210 Wien

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