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“FOXFIRE – Bekenntnisse einer Mädchengang” von Joyce Carol Oates

foxfire

Der Roman „FOXFIRE – Bekenntnisse einer Mädchengang“, verfasst von Joyce Carol Oates, eine der großen amerikanischen Autorinnen der Gegenwartsliteratur, handelt von dem Leben in einer Gang und wie schnell es passieren kann auf die schiefe Bahn zu geraten und die Kontrolle zu verlieren.

Die Geschichte von fünf Teenagerinnen, die ihrem aufdringlichem Lehrer eine Lektion verpassen wollen, nachdem er zwei von ihnen sexuell belästigt hat. Es folgt ein 3 wöchiger Schulverweis, der dazu führt, dass sich die fünf nur noch mehr bestätigt fühlen, indem, dass Männer alle Arschlöcher sind und glauben sich alles erlauben zu können. Sie gründen „Foxfire“ eine Mädchengang, die dafür sorgen soll, dass die Männer bekommen was sie verdienen. So fängt alles an. Es gerät alles ziemlich außer Kontrolle und kommt erst wieder zur Ruhe, als Legs – die Anführerin – in Red Bank, eine Besserungsanstalt für Mädchen, für über eineinhalb Jahre bleibt, weil sie mit den Anderen ein Auto gestohlen und auf der Flucht einen Unfall gebaut hat. Die Aufseherinnen in Red Bank quälen und misshandeln die Mädchen dort, besonders Legs, weil sie sich für die Schwächeren einsetzt und rebelliert. Ihr Widerstand wird gewaltsam gebrochen und nach langer Zeit wird sie entlassen. Doch davor lernt sie noch ein Mädchen bei einem Program in Red Bank kennen, Marianne, die sie besucht und mit der sie auch noch nach Red Bank Kontakt hat. Marianne gehört aber unteranderem zu Legs Plan an Geld zu kommen, da sie sehr reich ist und ihr Vater einer der wichtigsten Unternehmer in der Gegend. Legs entführt ihren Vater und versucht Lösegeld zu erpressen, doch es kommt zu einem Unfall und Mariannes Vater wird unabsichtlich in die Brust geschossen. Die Foxfireschwestern bekommen von Legs den Befehl so schnell wie möglich das, von ihr gemietetes, Haus zu verlassen. Das Ende von Foxfire. Danach ruft sie den Krankenwagen und flieht dann mit 3 ihrer Verbündeten. Bei der folgenden Verfolgungsjagt kommt das Auto ins Schleudern und stürzt eine Brücke hinunter. Das Auto, Legs und eine weitere Foxfireanhängerin werden nie mehr gesehen und die anderen Beiden werden nach kurzer Zeit gefasst.

Man braucht etwas Zeit, bis man sich an den Schreibstyl von Joyce Carol Oates gewöhnt hat, was auch daran liegt, dass die ersten zehn Seiten schrecklich zum Lesen sind, da teilweise ein Satz über mehrere Seiten geht und man sich am Ende dann nicht mehr auskennt bzw. nicht weiß, was genau mit diesem Satz gesagt werden wollte. Aber das  ändert sich schnell und es lohnt sich definitiv, sich durch diese Seiten der Verwirrung zu kämpfen. Ich kenne kaum einen Roman, der so schamlose, berührende Bilder in dem Leser wecken. Man bekommt das Gefühl man ist live dabei und während dem Lesen kommen Emotionen hoch, die trotz der unglaublichen Brutalität von „Foxfire“, ein Solidaritätsgefühl und Nachvollziehbarkeit für ihr Handeln in einem entfachen. Egal, ob sie stehlen, jemanden Zusammenschlagen oder noch schlimmeres, man denkt sich oft: „So hätte ich auch gehandelt!“ und das finde ich ziemlich erschreckend! Joyce Carol Oates Schreibstil ist sicher einzigartig und entweder man liebt oder man hasst ihn. Ich persönlich habe ihn im Laufe des Buches zu lieben gelernt.

Was mich am Meisten fasziniert und gefesselt hat, ist, die unverfrorene, direkte Art Tabuthemen zu behandeln, nicht um den heißen Brei herum zureden sondern knallhart zu erzählen, wie das Leben auf der Straße, ohne Familie, ohne Liebe und in einer Gang vor sich geht.  Man bekommt ein ganz neues Bild von Obdachlosen, Ausreißern oder jugendlichen Kriminellen und geht verändert durchs Leben. Denn, seien wir mal ehrlich, es passiert schneller als man glaubt und wir haben kein Recht über diese Menschen zu urteilen, ohne dass wir die Hintergrundgeschichte nicht kennen.

Alles in allem hab ich eher unbegeistert angefangen und war am Ende beeindruckt! Sehr empfehlenswert, für alle Romanleser/innen, die nicht vor der knallharten Wahrheit zurück schrecken!

Freya und das Geheimnis der Großmutter von Andrea Weibel

Freya

Freya ist jung als ihre Eltern sterben. Sie kommt zu den Nachbarn Joachim und Justine. Die sind nett und lieben sie da sie keine Kinder haben, aber Kinder lieben. Sie beschließen Freya zu ihrem Onkel und ihre Tante ins Dorf zu schicken, damit sie eine bessere Ausbildung erhält. Gesagt, getan, Freya kommt zu ihrer Tante und ihrem strengen frömmlichen Onkel. Das gefällt ihr gar nicht, da sie sich ihr ganzes Leben lang frei durch den Wald und durch Wiesen treiben konnte. Auch die Schule langweilt sie, weil ihr Lehrer sie das Alphabeth aufsagen lässt und nichts von spannendem Unterricht versteht. Dort lernt sie Caspar kennen. Caspar ist ein armer Junge. Als sie ihn einmal besucht und ihm Kräuter für die Kuh und den Caspars kleinen Bruder geben will trifft sie auf seine Großmutter. Bei der sie auf Wiederstand stößt, auch bei seinem Vater findet sie diesen Wiederstand wieder.
Wieso die Leute sie aus dem Dorf sie nicht mögen und ob Caspars Bruder und seine Kuh wieder gesund werden müsst ihr selbst herausfinden…

Mir hat das Buch total gut gefallen, weil Freya, ein fast schon “verwildertes” Mädchen, das aber doch die Geborgenheit liebt, plötzlich ins Dorf kommt und nicht sehr nett behandelt wird. Ich finde es schön geschrieben und man erfährt richtig wie sie sich dabei fühlt, wie sie sich dann extrem verändert und wie sie Caspar immer mehr liebt. Ich finde es wunderbar wie zum Beispiel beschrieben wird wie schön Alice zeichnet. Insgesamt mag ich Alice sehr gern. Ich finde das Buch total schön geschrieben und hoffe ein paar von euch lesen es.

Jo (11 Jahre)

“27″ von Kim Frank

27

In dem von Kim Frank verfasstem Roman „27“ geht es hauptsächlich um die Gefahren, Freuden und Folgen des Berühmt-sein und um die Besessenheit einer Zahl – 27.

Mike ist ein Niemand. Ein Niemand, der von Anfang an überall in seinem Leben die Zahl 27 sieht und sich nur in seinem Wahn bestätigt fühlt, als er Unterlagen von seinem verstorbenen Onkel findet bei denen es sich um berühmte Künstler handelt, die im Alter von 27 gestorben sind. Mike ist ein Niemand, der Angst hat mit 27 zu sterben.

In einer Plattenfirma, in der er anfangs ein Praktikum macht, wird er von einer Band entdeckt und schließt sich ihr an. Sein Leben ändert sich radikal! Die Verwandlung in eins der berühmtesten und erfolgreichsten Gesichter des Rocks erfolgt quasi über Nacht und aus dem unscheinbaren Jungen wird ein Star. Schnell rutscht Mike in den Sumpf der Drogen, des Alkohols, der Frauen und auch immer mehr in seine Besessenheit und Angst vor der Zahl 27 hinein…

Doch man muss auch sagen, dass Kim Frank oft eine sehr derbe (manchmal auch sehr ordinäre), direkte und jugendliche Art hat, die bestimmt nicht jedem liegt. Aber gerade das fand ich besonders anregend, weil es die kalte Realität oft offenbart. Kim Frank beschönigt nichts und nimmt kein Blatt vor den Mund, er schreibt wie es ist und das meistens ohne Kompromisse! Manchen gefällt es, manchen nicht… Mir persönlich hat es auf jeden Fall imponiert, dass er den Mut hatte.

Was ich außerdem noch echt gut finde, ist, dass man einen wahnsinns Einblick in das Leben eines Stars bekommt, mit allen Höhen und Tiefen. Auch was das Berühmt-sein aus einem normalen Menschen machen kann hat Kim Frank sehr treffend dargestellt und fand ich teilweise sehr erschreckend.

Der Leser wird richtig in den Verfolgungswahn von Mike hineingezogen, der die Nummer 27 betrifft. Und genau wie bei dem Werk 23, hat man nach dem Lesen das Gefühl die Zahl überall wieder zu finden. Besonders der Tod von Amy Winehouse, die ja auch mit 27 gestorben ist und somit dem „Klub 27“ beigetreten ist, macht nochmal deutlich, wie viele Musiker in diesem Alter starben. Und da frag ich mich schon manchmal: Was hat es mit dieser Zahl/mit diesem Alter auf sich?

Einziger Kritikpunkt: zu kurz! ;-)

Moana, 16 Jahre

Love you, Hate you, Miss you

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Julia ist tot. Amy’s beste Freundin ist gestorben, und sie ist daran Schuld! Denn Amy hat dafür gesorgt, dass Julia ihren Freund beim Fremdgehen erwischt, Amy hat sie ins Auto gezogen und sie zum Fahren gebracht. Amy hat überlebt und Julia nicht.

Amy hat schlimme Schuldgefühle, auch wenn alle ihr einreden wollen, dass es nicht ihre Schuld ist. Die Therapeuten im Pinewood, Laurie und sogar ihre Eltern, die zum Ersten mal überhaupt bemerken, dass es sie gibt. Doch Amy will nicht auf sie hören, oder auf Patrick, laut dem sie wütend auf Julia ist, weil sie gestorben ist. Aber sie schreibt ihr Briefe, in denen sie ihre alles sagt, was sie davor nicht konnte.

Bald weiß sie selbst nicht mehr, was sie fühlt und beginnt, über den Unfall nachzudenken, den Unfall, bei dem sie ihre beste Freundin verloren hat…

Love you, Hate you, Miss you ist ein sehr ergreifendes Buch, das das reale Leben sehr gut beschreibt. Die Tragik des Verlustes ist beim Lesen richtig spürbar, auch die Launen der Charaktere. Es gibt kein Happy-end, das Buch ist also für Fans fröhlicher Bücher nicht wirklich geeignet.

“Liebe Julia,

stell dir vor, ich soll ein Tagebuch über “meine Reise” anfangen. Genial, was?

Ich dachte immer, ich hätte dir alles erzählt, aber trotzdem gibt es Dinge, die ich nir hätte sagen müssen, die ich aber nie ausgesprochen habe. Zum Beispiel, als ich deine Sonenbrille verloren hatte, die, auf die du so stolz warst. Und ich hätte mich jedes Mal entschuldigen müssen, wenn ich dir über die Schuhe gekotzt habe. Ich hätte mich für eine ganze Menge entschuldigen müssen.

Es tut mir leid, Julia. Alles tut mir leid.

Weißt du, dass ich vor vierundsiebzig Tagen zum letzten Mal getrunken habe? Es fehlt mir, ehrlich gesagt.  Ich träume sogar davon.  Aber das ist angeblich normal. Ich darf trotzdem nach Hause. Weil es mir “besser” geht, verstehst du, und die Welt auf mich wartet

Ich denke die ganze Zeit an dich, Julia. Ich erzähle allen in der Gruppe wie du hier reinfegen und den laden aufmischen würdest, wie ein Engel mit Kickbock-Flügelnaber in Wahrheit frage ich mich, ob die kalt ist, oder ob du deinen lila Pulli trägst, den du so geliebt hast, und ob deine Mom irgendwo ist und meckert, dass der Ausschnitt zu tief ist.

Jetzt, in diesem Moment, stelle ich mir vor. wie du einen deiner Kitschigen Lovesongs singst, auf die du so wild warst, ein glückliches Lächeln im Gesicht.Lächelst du immer noch so? Ich habe so viele Fragen, Julia. Ob du unsere Autotrips vermisst, zum Beispiel. Weißt du noch, wie du über die Millertown-Brücke gedüst bist und wir abwechseln Eis gegessen haben? Du bist nie aus dem Lden rausgekommen, ohne einen Riesenbecher eis mitgehen zu lassen. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich dich lachen, den Löffel in der Hand. Ich habe seit Monaten kein Eis mehr gegessen.

Eigentlich müsste ich froh sein, dass ich morgen hier rauskomme.  Aber der Haken ist, dass ich immer daran denken muss, wer auf mich wartet, wenn ich nach Hause komme, und wen ich sehen will… und da ist niemand. Du bist nicht da.

Ich vermisse dich, Julia.