Gefährliche Gezeiten

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Der 13-jährige Miles O’Malley ist, bis auf die Tatsache das er nachts lieber Bücher von seiner Lieblingsautorin Rachel Carson liest, oder im Watt herumstreift und die Lebewesen dort beobachtet als zu schlafen, und auch tagsüber die meiste Zeit mit seinem Freund Kenny Phelps nach Muscheln und anderen Wattbewohnern sucht. Plötzlich jedoch geschieht etwas unglaubliches: Miles findet eines Nachts am Strand einen Riesenkalmar, von dessen Spezies noch so gut wie nichts bekannt ist, und wird zur Medien-Sensation. Dummerweise erwähnt er dabei, dass die Erde ihnen wohl “Etwas mitteilen” wolle. Als er ein paar Tage später auch noch einen Sogenannten Lumpenfischfindet, stürzen sich die Fernsehreporter nur so auf ihn. Miles ist von der Aufmerksamkeit, die ihm plötzlich zuteil wird, erschreckt, und dann will auch noch eine Sekte, dass er Vorträge über die Umwelt und seine Entdeckungen hält. Miles hat aber genug mit sich selbst zu tun: Er belauscht seine Eltern, als sie eine Scheidung in Erwägung ziehen, seine alte Freundin, die ehemalige Wahrsagerin Florence, wird wegen einer Krankheit, die die Fähigkeit des Gehirns, Signale an den Körper zu senden, immer schwächer, und dann ist da noch Angie Stegner, in die er schon seit Jahren verliebt ist…

“Gefährliche Gezeiten” ist ein Buch, in dem vorwiegend die Gezeiten(Ebbe, Flut, die Auswirkung des Mondes auf das Meer,…) beschrieben werden, deshalb ist es Meeresbiologisch vollkommen Uninteressierten nicht zu empfehlen. Wer aber auch nur wenig Interesse zu diesem Thema zeigt, sollte es aber auf jeden Fall lesen. Die Sprache ist spannend, sehr beschreibend und einfach unterhaltsam, trotz relativ vieler Fachausdrücke, lateinischer Namen von Fischen und anderen Meeresbewohnern und ab und zu etwas ruhigeren Passagen. Zusammenfassend, ein richtig gutes Buch, auch wenn der Inhalt anfangs nicht gerade berauschend klingt.

“Gesäumt von schmalen Flossen, die wie Flügel flach auf dem Schlick lagen, lief der Körper des Wesens dreieckig zu,aber es war schwer zu bestimmen, wo die einzelnen Körperteile anfingen und aufhörten, oder wie lang die Tentakel eigentlich waren, weil ich Angst hatte, meinen Blick mehr als eine halbe Sekunde von den ineinander verschlungenen Fangarmen abzuwenden. Ich wusste nicht, ob ich in ihrer Reichweite war, und jeder Tentakel hatte den Umfang meines Knöchels und war dicht an dicht mit halbdollargroßen Saugnäpfen besetzt – beim leisesten Zucken wäre ich sofort weggerannt. Also sah ich das Wesen an und sah es doch nicht, weil mein Herz meinen Blick flackern ließ. Ich sah Teile und Stücke und versuchte vergeblich, sie in meinem Kopf zusammenzusetzten, aber über das Ganze konnte ich mir nicht klar werden. Ich wusste, was es sein musste, doch ich erlaubte mir nicht einmal, das Wort zu denken. Dann begriff ich allmählich, dass die dunkel schimmernde Scheibe in der Mitte der gummiartigen Masse zu kreisrund war, um Schlamm oder reflektiertes Licht zu sein. Es war zu spät um meinen Schrei zu unterdrücken. Sein Auge war so groß wie eine Radkappe.”

paulina, 13 Jahre

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About the author
geb. 1998; besucht die AHS in Wien

One Reply to Gefährliche Gezeiten

  1. Katharina sagt:

    Du hast eine sehr spannende Leseprobe ausgewählt! Die Sprache des Buches finde ich sehr schön!

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