DIE WOLKE von Gudrun Pausewang

die-wolke

Das Buch  “Die Wolke” von Gudrun Pausewang erschien 1987 im Ravensburger Buchverlag, hat 223 Seiten und ist geeignet für Kinder ab 12 Jahren.

Die Autorin schrieb das Buch nach der Tschernobyl-Katastrophe.Im deutschen Atomkraftwerk Grafenrheinfeld kommt es zu einem Super GAU mit massivem Austritt von Radioaktivität. Das 14-jährige Mädchen Janna-Berta verliert bei dem Unglück ihre ganze Familie. Sie selbst wird stark verstrahlt und kommt in ein Nothospital. Sie leidet an Durchfall, hohem Fieber und Haarausfall. Sie wird von ihrer Tante Helga aus Hamburg aufgenommen, fährt dann aber zu ihrer anderen Tante Almut, die sie besser versteht. Als ihr Heimatort Schlitz wieder zugänglich ist, fährt Janna-Berta hin. Dort trifft sie die Großeltern, die auf Mallorca waren und glauben, dass niemand in der Familie von dem Unglück betroffen ist. Doch dann nimmt Janna-Berta ihre Mütze ab (sie hat keine Haare) und beginnt zu erzählen.

Die Hauptperson des Buches ist Janna-Berta, ein 14-jähriges Mädchen aus Schlitz, das bei dem Unglück ihre Eltern und ihre zwei Brüder und eine Großmutter verliert. Im Lauf der Geschichte sterben auch noch Ayse, ein türkisches Mädchen, mit dem sie sich im Nothospital angefreundet hat, und Elmar, ein ehemaliger Klassenkamerad, der Selbstmord verübt.

Die beiden Tanten sind die letzten Verwandten von Janna-Berta (auß er den Großeltern, die auf Mallorca sind und von Tante Helga über die Folgen der Katastrophe belogen werden).
Tante Helga aus Hamburg ist Lehrerin, hat keinen Mann und keine Kinder, ist sehr korrekt und zeigt nie Gefühle. Obwohl sie Janna-Berta ein schönes Zimmer bietet und für sie sorgt, fühlt sich Janna-Berta unverstanden. Vor allem, weil Tante Helga sie drängt, ihre Glatze unter einer Mütze zu verstecken. Denn die Leute in Hamburg, die nicht direkt von dem Unfall betroffen sind, wollen nicht immer an die Katastrophe erinnert werden. Aber Janna-Berta will erinnern.
Tante Almut ist ganz anders, mit ihr versteht sich Janna-Berta sehr gut. Almut ist auch betroffen, sie musste ihr Baby abtreiben lassen. Obwohl in der Wohnung von Tante Almut sehr wenig Platz ist, fühlt sich Janna-Berta dort wohl.

Die Autorin beschreibt in dem Buch das Thema Atomkraft. Sie zeigt das Leben nach einem Reaktorunfall, die Krankheiten, die Probleme mit den verstrahlten Nahrungsmitteln, die Ausreden der Politiker.

Die Sprache ist einfach und leicht zu lesen. Es kommen keine Schimpfwörter oder moderne Ausdrücke von Jugendlichen vor. Manchmal wird nicht alles deutlich ausgesprochen, zum Beispiel in der Szene, als Almut erzählt, dass sie ihr Baby abtreiben lassen musste (S146).

Fazit:

Das Buch hat mir nicht so gut gefallen, weil so viele Menschen sterben, vor allem so viele, die Janna-Berta nahestehen. Es passiert so viel Trauriges. Besonders schockiert haben mich die Szenen, in denen erzählt wird, wie verstrahlte Menschen erschossen werden. Auch die Massenpanik bei der Flucht aus Schlitz und die Szenen am Bahnhof Hersfeld fand ich furchtbar. Jeder denkt nur an sich und es herrscht das Recht des Stärkeren.
Am Ende hätte ich noch gern die Reaktion der Großeltern erfahren.

Daniel, 12 Jahre

fold-left fold-right
About the author
SchülerInnen des BG 9 in Wien

Leave a Reply